Montag, 15. Juni 2015

Don´t forget to Rock´n Roll

Nach den letzten, sehr alpin und expeditionslastigen Jahren, in denen ich um den Globus jetten durfte um mir meine bergsteigerischen Träume zu erfüllen, steht die heurige Saison wieder unter einem anderen Stern. Da ich im März mein bis dato größtes Highlight erleben durfte, die Geburt unseres Sohnes Xaver, ist nun das weite Reisen ersteinmal zweitrangig. Aber wie sagt man so schön, "dahoam is eh am scheensten" und dem kann ich nur zustimmen, denn klettertechnische Projekte stehen nur zuviele vor und um meine Haustüre. Nach einigen Sessions im Winter an der Boulderwand und auch im Kafe Kraft in Nürnberg, mit Meistertrainer und Frankenlocal Ludwig "Dicki" Korb, bin ich nun motivierter denn je, meine angefangenen Projekte und offenen Baustellen zu vollenden.

Angefangen hat die Saison schon ganz ok, nach dem arbeitsintensiven Winter war ich im Frühjahr wieder voll heiß auf Fels und was gibt es besserers als in Karlstein bei Top Bedingungen anzureissen.
Bereits am zweiten Tag draußen gelang mir die nicht geschenkte "Entschlusskraft" 8a+/8b nach nur wenigen Versuchen und auch der "Albatros" 8a lies sich gleich darauf noch einfangen. Wenige Tage später wieder in Karlstein gelang mir die technisch nicht ganz einfache "Endomorphin" 8a+ im 3. Versuch und auch in der "Headline" 8c+ machte ich Fortschritte, bis ich einen, für mich wichtigen Untergriff an der Schlüsselstelle ausriss. Dann spiele zeit und Wetter nicht mehr mit und andere Gebiete wurden wieder interessant.

Im Klobental bei Waidring konnte ich ein offenes Projekt von Günther Wimmer befreien und die "Klumsin" wird irgendwo bei 8a/+ einchecken.

Bei einem Großfamilienausflug in die Fränkische gelangen mir einige extrem schöne 9er im onsight und eine coole 8a, Namen leider vergessen. Die Fränkische hat es uns echt angetan und ich freue mich schon auf den nächsten Besuch in dieses gemütliche und hochkarätige Klettermekka.

Die letzte Woche war ziemlich abgefahren. Angefangen hat´s mit der ersten Wiederholung der neuen Schleierperle "#Schwanzbär31" ca.8b+. Markus (Bendler) hat die geniale Linie, links vom "Tanzbär" letztes Jahr eingebohrt und konnte sich genau an seinem 31 Geburtstag die Erstbegehung holen, meine Geburtstagsgeschenk war, dass ich ihn gesichert habe. Die Tour hat zwei spezielle Stellen, die mir zum Glück gut gelegen sind ;-).

Wenige Tage später war ich mit Toni an der Steinplatte am St.Johanner Palven, wo ich mich seit einiger Zeit immer wieder mal am "Daydream" 8c versucht habe. Nach kurzem aufwärmen konnte ich mich dann gleich im ersten Versuch durch diese Traumroute fighten und es war ein echter Kampf. Echt geil!! Erstbegangen wurde die Tour vom Markus und sie verläuft links vom Megaklassiker "Sleepwalker" und nach den ersten schweren Passagen muss man noch die Schlüsselstelle vom "Sleepwalker" herbügeln, ohne rastpunkte, ein echtes Ausdauergerät. und eine mega Kletterei.

Tags drauf herrschten immer noch optimale Bedingungen und ich wusste wo ich hin muss.
Und zwar zum Saubiche. Dort wartete noch ein uraltes Oli Beihammer Projekt auf seine Befreiung. Die Linie verläuft links vom "Bohrstein" und folgt einem breiten, grauen Streifen. Auch diese Linie versuchte ich die letzten Jahre immer wieder, doch heuer hat es sich das erste mal sinnvoll angefühlt dran zu bleiben und ich konnte heuer am zweiten Tag in der Route schon einen sehr guten Veruch starten, scheiterte aber weit oben am letzten schweren Zug.

Doch diesmal sollte es anders laufen. Die Bedingungen sind gut, ich starte rein, die erste Stelle lief super und ich warte am Schüttler, bis ein bisschen Wind aufkommt. Dann rein in die Schlüsselstelle, es läuft wie am Schnürchen und die Bewegungen fühlen sich super an, ich komme über die entscheidenden Züge, bin aber so fertig dass ich nicht mehr einhängen kann, ich ziehe weiter, der Hook sitzt, der letzte rettende Griff, ich kann ihn nicht erreichen, ich bin zu gepumpt um nochmal nachzudrücken und mache einen weiten Segler hinunter ins Seil. Ich mache Pause, Toni motiviert mich.

Die erste Stelle von "#Schwanzbär31"
 
Nach 35 Minuten bin ich wieder in Wandmitte. Ich habe ein super Gefühl, besser als davor. Alles läuft perfekt und ich erreiche auch den letzten guten Griff in der glatten Platte. Etwas nervös drücke ich mich noch die letzten technischen Züge zum Stand hinauf und schreie meine Freude lauthals ins Tal hinunter. Die Linie zählt sicher zu den besten Erstbegehungen die ich gemacht habe und ich gab der "Kingline" auch einen besonderen Namen. "King Xaver" .
 Ich hab einiges an Zeit und Tüftelei investiert und ich glaube 8c müsste ganz gut passen als Bewertungsvorschlag, aber vielleicht sagt ja irgendwann mein kleiner Xaver, "Hey Papa mehr wie 8b is des owa nid!".  Nach den Erstbegehungen von "Bedlbuz" 8b, "Greenpeace" 8b+ (ohne Kunstgriffe) und "Sauspiel" 8b ist nun "King Xaver" 8c die härteste Nuss an der Kaffeplatte und sicherlich was vom besten, was der Saubiche zu bieten hat.

 
Aber auch am Schleier wartete noch ein Projektl. Letztes Jahr legte der Wahltiroler Michi Meisl einige erstklassige Neutouren am Schleier, im Sektor Skywalk, durch unberührte Bereiche. Eine Linie stach auch mir ins Auge. Die Verlängerung der Route "Skywalk" 7b+ hat nun gut 55 Meter man braucht ca.16 Expressen und die Linie hört auf den Namen "Skydive"  und ist für Leute die auf geile, lange 8a´s stehen, ganau das richtige. Weiter links im Sektor Skywalk, rechts von "Bingo Bongo" 6b+ gibt's seit ein paar Tagen noch eine nette, kurze aber schöne 7a namens "Reiwaloata".

Die "King Xaver" verläuft links vom "Bohrstein".
 
Ja und da ich ja jetzt stolzer Besitzer eine Schlagbohrmaschine bin, habe ich am Schleier noch zwei geile Linien eingerichtet und vielleicht wird in nächster Zeit noch die ein oder andere Linie folgen, stay tuned!

Rock´n Roll und viel Spaß am Fels,
Guido

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