Freitag, 23. September 2016

Mission Muir Wall



Heuer im Frühjahr war ich zusammen mit meinen beiden Freunden Much Mayr und Ben Lepesant aus Innsbruck im kalifornischen Yosemite Valley. Unser Ziel war es, den 1000 Meter hohen El Capitan über eine schwierige Route frei zu klettern. Für Much, der bereits die großen El Cap Routen wie „El Nino“, „Golden Gate“, „Freerider“ und die „Salathe Wall“, freiklettern konnte, war daher die „Muir Wall“, bzw. „The Shaft“ ein logisches Ziel. Ben, der auch auf eine beachtliche Ausbeute an harten technischen Bigwalls zurückblicken kann, wollte uns, so gut es geht, bei unserer Mission unterstützen und zudem noch einige Bilder schießen. Für mich war es schon lange ein großes Ziel den El Cap freizuklettern. Im Oktober 2015 scheiterte ich mit meinem Kumpel Simon Berger nur haarscharf an einer erfolgreichen Begehung der „Golden Gate“. Den Traum, die goldgelbe Riesenwand eines Tages in freier Kletterei zu bewältigen, verwarf ich deswegen aber nicht. Im Gegenteil. Ich war umso motivierter, so schnell wie möglich ins Tal der Täler zurück zu kommen.

MAI 2016
Wir sind zurück. Nach dem üblichen Shoppingwahn und dem Anstellen in der Schlange vor dem Rangerhäuschen im Camp 4, versuchten wir zügigst unseren Jetlag an den umliegenden Boulderblöcken abzustreifen. Dann waren wir auch schon im sogenannten „Muir Blast", den ersten 12 Seillängen der „Muir Wall“ unterwegs. Feinste El Cap Riss- und Verschneidungskletterei war die perfekte Einstimmung auf das, was uns in den nächsten Tagen in der Wand erwarten sollte. Die 5.13b (8a) Seillänge gelang uns beiden im zweiten Anlauf, beiden im Vorstieg, denn genau so wollten wir die Route angehen, die 5.13 er Längen beide im Vorstieg, den Rest klassisch im Überschlag.
Auf den „Heart Ledges“ trafen wir auf Ben, der über die eingerichtete Fixseilpiste bereits 30 Liter Wasser die Wand hoch geschliffen hatte und nebenbei noch einige coole Bilder von uns geschossen hat. Wir seilten ab und verbrachten die nächsten 3 Regentage in Oakhurst im Motel bei Sushi, DVD´s und Whirlpool.

Am nächsten Schönwettertag erwarteten uns die glatten Längen bis zu den „Gray Ledges“, welche wir auf Anhieb hinter uns bringen konnten. Wir errichteten unsere Portaledges und über uns baute sich die spiegelglatte Riesenverschneidung namens „Silverfish Corner“ 5.13b auf, welche eine der größten Hürden der Route darstellt. Diese Länge kostete uns den ganzen nächsten Tag. Much kletterte im 2.Versuch souverän bis wenige Meter unter den rettenden Stand, doch dann rutschte sein Fuß von einem der glatten Tritte und der Versuch war gescheitert. Für mich fühlte es sich nicht gerade vielversprechend an und nach 2 Versuchen beschlossen wir hitzebedingt eine lange Pause bis in den Abend einzulegen. Dann versuchte ich erneut mein Glück und kämpfte mich von Klemmer zu Klemmer und meine Skwamas blieben auf den Minitritten stehen. Es war ein echter Kampf und überglücklich erreichte ich den Stand. Ich hatte die Länge hinter mir. Jetzt fehlte nur noch Much. An dieser Stelle hätte ich echt nicht mit ihm tauschen wollen, es war bereits beim dämmrig werden und wir alle wussten, das wird der letzte Versuch des Tages werden. Anspannung und das Wissen, bei jedem Meter könnten die Füße rutschen, waren keine guten Begleiter, doch Much bewies wiedermal sein enormes Nervenkostüm und gab mehr als 100%. Es war ein echter Krimi und als er den Stand erreicht hatte, fiel die Anspannung von uns allen ab, wie ein schwerer Haulbag. Da wir nicht genug Proviant für die nächsten 4 Tage in der Wand dabei hatten, mussten wir mit den Stirnlampen abseilen. Zwei Tage später waren wir zurück, mit genug Wasser und Essen für unsren finalen Push. Der Tag begann mit der 5.13a Traverse, welche mir im 2.Versuch und Much im flash gelang. Danach folgten anstrengende Rissseillängen in allen Größen, ehe wir die berüchtigte „Death Block“- Seillänge erreichten, eine 5.12a-Tortur mit einer 4 Meter langen Wackelschuppe 600 Meter über dem Einstieg der Nose, wo zu jeder Tages- und Nachtzeit Betrieb herrscht. Man möchte sich also nicht vorstellen, welchen Schaden die Schuppe anrichten kann, wenn sie aus der Wand fliegt. Much meldete sich schon vorzeitig zum Vorstieg dieser Seillänge an, was mir nicht unrecht war. Unbeeindruckt rampfte, stemmte, schrubbte, drehte und quetschte er sich nach oben. Ich stieg die Länge mit der Stirnlampe nach und war froh, dass ich nicht das scharfe Ende des Seiles erwischt hatte. Im Dunkeln errichteten wir die Portaledges und verbrachten die Nacht im Hängestand. Am nächsten Morgen erwartete mich dann eine 5.12d „Sustained Stemming“ Seillänge zum Frühstück. Es fühlte sich tatsächlich so an, als ob ich das Frühstück dieser spiegelglatten Kaminverschneidung war. Ich kämpfte mich Zentimeter für Zentimeter nach oben und bald war mir klar, entweder jetzt oder nie. Ich wollte die Länge auf gar keinen Fall ein zweites Mal klettern. Meine Knie wurden trotz Knieschützer dermaßen ramponiert, dass ich glaubte, das kann jetzt nicht mehr gesund sein. 3 Meter unter dem Stand rutschte ich völlig entkräftet aus der Verschneidung. Es war zum Verzweifeln. Sollte hier alles enden? An dieser höllischen Kaminverschneidung? Auch Much erging es gleich und er boulderte sich die letzten Meter nochmals gut aus und legte mir nahe, dies auch zu tun. So stieg ich an den Jümars nochmals hinauf um Material, (Haut, Kraft, Motivation) zu sparen und fand eine für mich brauchbare Methode. Dann brachte Much das Ungetüm hinter sich. Meine grüne Gesichtsfarbe hatte sich nach der langen Pause wieder auf normal gestellt und auch ich konnte diese abgefahrene Länge klettern, die, wenn man weiß wie es geht irgendwie doch ganz cool zu klettern ist. Die nächsten Seillängen waren wie eine Erholung. Griffe und Tritte, wie schön doch das gewohnte Klettern sein kann. Wir errichteten unser Lager hoch oben in der Muir Wall, gönnten uns ein reichhaltiges Abendessen mit Thunfisch Burritos, Käse und Pürree und wussten, die härteste Nuss wartet noch auf uns, zwei Seillängen unter dem Ausstieg. 

Am nächsten Tag kletterten wir bis zur letzten 5.13c Verschneidung, boulderten diese im Schnelldurchlauf aus und in der Nacht und am Morgen wurden wir vom starken Wind in den Portaledges hin und hergeschüttelt. Wir wussten, die Länge wird uns nochmal alles abverlangen. Aber so ist das eben, am El Cap wird einem nichts geschenkt und wenn man so eine Tour freiklettern will, dann muss man mit jeder Herausforderung umgehen können. Ich war an der Reihe und konnte eigentlich recht schnell eine perfekte Sequenz finden. Das größte Problem war jedoch, sich die komplexen Bewegungsabläufe und Trittsequenzen zu merken. Auch Much fand eine für ihn passende Abfolge von spiegelglatten Reibungstritten um sich in der dünnen Fingerrissverschneidung nach oben zu arbeiten. Dann wagte ich einen ersten, etwas halbherzigen Versuch und scheiterte nur knapp, der Mikrokeil an der Schlüsselstelle war somit eingestürzt und hatte gehalten. Auch Much scheiterte nur knapp. Wir wussten wir können die Länge schaffen, die Kraft und die Haut auf den Fingern waren der limitierende Faktor. Wasser hätten wir zur Not noch für 2 Tage gehabt, allerdings sagte der Wetterbericht für die nächsten Tage, schlechtes Wetter voraus. Es ist schon ein abgefahrenes Gefühl, wenn man beinahe 1000 Meter Luft unter den Sohlen hat, in einer glasig, glatten Verschneidung, wo man bei jedem Zug ausrutschen kann, drinsteht und einfach daran glauben muss, dass man das jetzt schafft. Und genau das tat ich. Ohne Druck, ohne Erwartung und ohne Angst zu scheitern, stieg ich ein und wie entfesselt konnte ich diese letzte Hürde hinter mich bringen. Am Stand angekommen, konnte ich es kaum glauben. Meine erste El Cap Route in freier Kletterei. Der absolute Wahnsinn!!! Zurück am Stand umarmte mich Much und freute sich für mich, dass ich es geschafft hatte.  Das war aber erst die halbe Miete, denn nun lag es nochmal an Much, Nerven zu bewahren, doch genau darin liegt seine Stärke. Nach einer langen Pause machte er sich bereit und nach kurzer Zeit fand der Versuch sein Ende und zwar am Standplatz!!! Wir jubelten, freuten uns wie kleine Kinder und kletterten im Nieselregen über die leichten Ausstiegslängen. Für mich war ein langjährig gehegter Traum in Erfüllung gegangen und mit Much und Ben hatte ich die beiden perfekten Partner für dieses Unternehmen. Wenn ich die ganze Aktion in ein Wort packen müsste, dann würde ich wohl schreiben: DANKBARKEIT!!!

Mein großer Dank gilt auch meinen Sponsoren und Partnern für ihre großzügige Unterstützung, dass ich meine Kletterträume realisieren kann. 
Danke!!! Adidas Outdoor, Terrex, Adidas Sportseyewear, Petzl, Lasportiva, Rock´n Roll Mountainstore, Headstart, Pieps. 
Much: La Sportiva, Skylotec

Guido Unterwurzacher

Nach der Erstbegehung durch Tommy Caldwell und Justen Sjong (US), gelang Tobias Wolf und Thomas Hering (D) die erste Wiederholung, Alex Honnold (US) die zweite Wiederholung und Much Mayr und Guido Unterwurzacher die vermutlich dritte Wiederholung.

In den Meadows (c) Ben Lepesant

Materialsortieren (c) Ben Lepesant

"Silverfish Corner" 5.13b (c) Ben Lepesant

Glatte Verschneidung in "The Shaft" (c) Ben Lepesant

Much in der "Silverfish Corner" 5.13b (c) Ben Lepesant

Much in Action (c) Ben Lepesant

Der längst gewohnte Tiefblick (c) Ben Lepesant

Am Hängestand unter der "Sustained Stemming" Seillänge (c) Ben Lepesant

Überglücklich am Gipfel des El Capitan mit Much und Ben (c) Selbstauslöser 

Freitag, 30. Oktober 2015

Südwind an der Mauk

Letztes Jahr war ich wieder mal mit meinem "alten" Kumpel Alex Huber unterwegs. Wieder an der Mauk, am Wilden kaiser, wo wir, wie auch das Jahr zuvor, schon eine neue Linie, etwas weiter links erstbegehen konnten. Diesmal sollte es aber eine etwas dankbarere werden, denn das Projekt links des "Spengler Kamins" schien nicht trocken werden zu wollen und auf Grund einer Handverletzung meinerseits, legten wir die Tour erstmal auf Eis. So standen wir im Frühjahr 2014 wieder bepackt mit Bohrmaschine, Haken, Friends und Keilen am Einstieg einer unberührten Wand. Das ist ein echtes Privileg, wenn man sich die Tatsache auf der Zunge zergehen lässt, dass da noch niemand vor uns raufgeklettert ist. Der Fels ist jedoch sehr geschlossen und kompakt und so kamen mobile Sicherungsmittel nur spärlich zum Einsatz. In 2 Tagen konnten wir die 5 Seillängen erstbegehen und verbrachten noch einen Tag in der Tour beim bouldern... Dann fanden wir beide keine Zeit mehr für dieses Projekt.

Heuer sollte es aber anders laufen. Ich war mehr oder weniger bei jedem Schönwetterfenster an der Großen Zinne in den Dolomiten unterwegs, um mit meinem Kumpel Much Mayr eine alte Technotour aus den 70ger Jahren zu befreien und Alex war mit einem Team in Pakistan.
Die "Spanierführe" hat uns dermaßen gefesselt und gefordert, dass es eigentlich schwer zu beschreiben ist, was wir dort unten erleben durften. Die hohen Schwierigkeiten, die ständige Nässe der Schlüsselstelle, die rostigen alten Haken und der oftmals brüchige Zinnenfels machte das ganze Unternehmen zu einer unvergesslichen Reise. Ende August waren wir wieder am Start und Much gelang die erste Freie Begehung der schwersten Route an der Großen Zinne und der beeindruckensten Kletterei die ich bis dato gesehen hab. Was für ein genialer Tag und ich bin froh Much bei diesem Highlight begleitet zu haben. Psychisch und physisch eine riesen Challenge und echt undankbar.  Mich hat die Schlüsselseillänge leider abgeworfen, aber neue Saison neues Glück.

Da es in Zinnen ohnehin zu kalt wurde, machte ich mich mit Alex auf den Weg zur Mauk. Am 3. Tag in der Tour kletterte ich alle Seillängen sturzfrei, nur Alex konnte leider die letzte schwere Länge

nichtmehr klettern, eine kraftige 7c+ mit coolem Abschluß, die Teambegehung war gescheitert, also wurde abseilen angesagt.

Eine Woche später, hat`s dann bei uns beiden geklappt und wir konnten unsere neue Route "Südwind" befreien, wobei an diesem Tag ein eisiger Schneewind ging. Die Tour bietet durchwegs abwechslungsreiche und spannende Kletterei in besten Kaiserfels, die Hakenabstände sind sportlich und die Schlüsselseillänge echt speziell, ein abgefahrener Bewegungsboulder auf einem schönen grauen Streifen.
Happy nach der geglückten Teambegehung vom "Südwind"

//Facts//
"Südwind" Erste Rotpunkt am 30.09.2015 durch Alex Huber, Guido Unterwurzacher
(7c, 8a+, 7b+, 8a+/8b, 7c+, 6b, 3c+/4a, 1-2 zum Band)
Wiederholer brauchen nur 10 Expressschlingen und vielleicht 2 kleinere Friends in der 2. Seillänge.

Viel Spaß!
Guido

Das Hubersche Topo

Samstag, 29. August 2015

Odysee

Vor einigen Wochen war ich mal wieder mit meinem Kumpel Simon Berger am Kaiser unterwegs. Genauer gesagt die Fleischbank Ostwand, hat uns wiedermal gereizt.

Vor 31 Jahren konnten nämlich genau an dieser Wand Prem Darshano, Wolfgang Müller und co. eine äußerst kühne, rein mit fragwürdigen Normalhaken gesicherte Erstbegehung machen, die erst im Jahr 2002!! ihre erste Wiederholung durch Erich Weißsteiner und Chris Gröber bekam. Die Rede ist von der Route "Odysee" 9-/9. Die Route gilt als die berüchtigste Tour am gesamten Kaiser Massiv und eine Rotpunktbegehung im Vorstieg der Schlüsselseillänge stand auch noch aus.


Grund genug also, um die Sache mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die erste Seillänge im 4.Grad stellte keine große Hürde dar, die 2.Länge im Grad 8+ gab uns aber schon einen Vorgeschmak auf das, was uns heute noch erwarten wird. Ich checkte und putzte die Länge versenkte einen fragwürdigen Haken und kam wieder zum Stand zurück. Simon stürzte leider auch beim Flash Versuch und konnte die Länge dann im zweiten Anlauf klettern. Ich stieg sturzfrei nach. Dann checkte Simon die 55 Meter lange Verschneidung, die Schlüssellänge aus. Er war begeistert putzte ein wenig, fixierte das zweite Seil am Stand und seilte sich wieder zu mir herunter. Nun war ich an der Reihe. Ich zog das Seil ab und startete los. Dank Simons Tips und seiner motivierenden Zurufe gelang mir die geniale Länge mit den vielen, fragwürdigen Haken auf Anhieb, sprich im Flash. Simon fakelte auch nicht lange rum und stieg die Länge im Nachstieg durch. Die Freude war groß, aber haben wir uns zu früh gefreut???


Eindeutig!!
Die nächste Länge im 5.Grad war keine große Hürde, aber die drei letzten sollten uns nochmals richtig Gas geben. Eine 7+, 55 Meter mit 3 Normalhaken, verlangte vollste Entschlossenheit und Aufmerksamkeit. Ich kletterte los, in der Mitte der Länge wurde mir die Sache kurz zu heiß. Da ich nicht die optimale Sequenz fand, kehrte ich zum Stand zurück. Simon war an der Reihe, aber auch seine Vernunft nahm Überhand und so kam auch er wieder zum Stand zurück. Option Abseilen?? Kurz überlegt, aber dann wollte ich es doch nochmal wissen und siehe da fand ich die richtige Portion Entschlossenheit und die richtige Sequenz um ins Ungewisse zu klettern. Ich hängte die folgende 6er Länge gleich dran und nun trennte uns nur noch eine letzte 8- von der erfolgreichen Begehung. Simon konnte im Nachstieg die 7+ Platte sogar genießen, was ich nicht gerade behaupten kann. Nun war er wieder an der Reihe die letzte Kohle aus dem feuer zu holen. er schrubbte sich den breiten Riss nach oben, konnte nichts vertrauenswürdiges legen um über den letzten Überhang zu zwicken und kehrte nach langem Kampf völlig leer im Kopf zurück zum Stand. Nun war ich an der Reihe. Voll entschlossen gab ich nochmals alles und so konnten wir um 20:40 Uhr beim letzten Stand mit einem breitem Grinsen die Erleichterung genießen, die wohl kühnste Kaiser Tour im Team an einem Tag rotpunkt gemacht zu haben. Echt genial und ein echtes Abenteuer!

Uns hat die Tour echt gefordert und man sollte die Route auf keinen Fall unterschätzen, weite Stürze mit unkalkulierbaren Folgen sind durchaus eine realistische Option. Unser vollster Respekt gilt den Erstbegehern, die die Route im Jahr 1984 (mein Baujahr!), in diesem Stil erstbegehen konnten. Das Kletterkönnen hat sich in den letzten 30 Jahren rapide geändert, aber in Sachen Moral, Ethik und Eigenverantwortung war diese Tour sicher ihrer Zeit weit voraus.





Fakten:
"Odysee" (4, 8+, 9-/9, 5, 7+, 6, 8-)
Erstbegangen durch Prem Darshano, Wolfgang Müller und Gefährten im Jahr 1984
Ernsthafte Abenteuer Route (E 6-) Siehe in Markus Stadlers aktuellem Kaiser Führer: Sehr ernste Route. Kann über längere Passagen, auch in den schwierigen Seillängen nicht (bis schwer!) abgesichert werden. Stürze können fatale Folgen haben. Perfekter und kreativer Umgang mit allen Sicherungsmitteln erforderlich.

Also die, die es wild mögen, denen wird's gefallen.

Viel Spaß und aufpassen bei dieser irren Bergfahrt ;-)

Dienstag, 28. Juli 2015

Team Ascent "Scheffler/ Siegert"

Vor einigen Tagen machte ich mich zusammen mit meinem #dauerfürjedenblödsinnmotivierten Kumpel Simon Berger auf den Weg in den Wilden Kaiser, genauer gesagt zur Fleischbank Ostwand. Letztes Jahr gelang dem Oberaudorfer Roli Hemetzberger dort eine echt coole Aktion. Er befreite eine uralte Linie aus den 60ziger Jahren, die "Scheffler/Siegert" 6-/A2 und bewertete die Route mit 10-/10, das ganze ohne Bohrhaken. Ein echtes Highlight also und genau das wollten wir mal genauer unter die Lupe nehmen. Gesagt, missverstanden, ausgedeutscht und getan.
Simon startete voll motiviert in die erste Seillänge, für 8- keine leichte Beute und stürzte. Er kletterte weiter zum Stand und ich konnte die Länge, dank Simons Tip gleich klettern. Die zweite Seillänge ist bereits die schwere. Ich klettere von Passage zu Passage, bouldere mir die Schlüsselstelle aus und komme ca. 15 Meter vor dem Stand wieder zu Simon runter. Er steigt ein und es läuft bereits ganz gut, er findet sogar noch eine kleine Leiste an der Schlüsselstelle und klettert noch einige Meter weiter als ich und schaut sich die obere Stelle auch noch an. Ich lasse ihn wieder ab, Simon meint es könnte vielleicht gehen, also lasse ich ihn nochmal ganz runter zum Einstieg, damit er die erste Seillänge auch noch durchsteigen kann. Wenig später ist er wieder bei mir am Stand und muss zugeben, dass er sich bei einer 8- selten so geplagt hat.


Happy nach der Schlüssellänge!
 
Dann steige ich wieder ein. Nach wenigen Metern komme ich in einen super Fluss und der "Killerinstinkt" erwacht und ich kann die Länge durchsteigen. Danach ist wieder Simon dran. Zirka in die Mitte der Länge rutscht ihm aber der Fuß weg und er fliegt ins Seil. Er redet irgendwas von "raufkommen und scheißdrauf", aber ehe er mehr sagen konnte habe ich ihn schon wieder zum Stand runtergelassen und ihn motiviert es nach einer Pause nochmals zu versuchen. 10 Minuten später startet er erneut und auch er kann die Länge durchsteigen. Erst jetzt können wir unserer Freude Raum verschaffen und ein paar Schreie durch die Steinerne Rinne jagen.
Die nächsten beiden 9- Längen gelangen uns auf Anhieb, haben uns aber nochmal Gas gegeben, auch der Hängestand ist nicht besonders gemütlich. Die restlichen leichten Seillängen sind der reinste Genuß und ausgerechnet in der letzten Seillänge hat mich ein recht großer flacher Stein so glücklich am Unterarm getroffen, dass ich nur eine kleine Prellung davonzog, wenn er mich unglücklicher getroffen hätte, wär sicher mehr zu Schaden gekommen. Aber ab und zu hat man eben Glück ;-)

Angekommen am Nordgrat genießen wir noch kurz die Sonne und lassen uns den Tag nochmal durch den Kopf gehen, die schwerste bohrhakenfreie Route am Kaiser, im Team, an einem Tag rotpunkt, das mussten wir noch ein wenig einwirken lassen, ehe es uns zurück ins Tal, zu wohlverdientem Bier und Schnitzel, auf der Griesneralm zog.

Unser Respekt geht an Roli, der die Route und den bohrhakenfreien Stil bewahrt hat und dieses Juwel als erster freiklettern konnte!

Was für ein genialer Tag!
Facts:
"Scheffler/ Siegert" (8, 10-, 9-, 9-, 5-, 6, 4, 4)
Erste Rotpunkt: Roli Hemetzberger 2014  

Montag, 15. Juni 2015

Don´t forget to Rock´n Roll

Nach den letzten, sehr alpin und expeditionslastigen Jahren, in denen ich um den Globus jetten durfte um mir meine bergsteigerischen Träume zu erfüllen, steht die heurige Saison wieder unter einem anderen Stern. Da ich im März mein bis dato größtes Highlight erleben durfte, die Geburt unseres Sohnes Xaver, ist nun das weite Reisen ersteinmal zweitrangig. Aber wie sagt man so schön, "dahoam is eh am scheensten" und dem kann ich nur zustimmen, denn klettertechnische Projekte stehen nur zuviele vor und um meine Haustüre. Nach einigen Sessions im Winter an der Boulderwand und auch im Kafe Kraft in Nürnberg, mit Meistertrainer und Frankenlocal Ludwig "Dicki" Korb, bin ich nun motivierter denn je, meine angefangenen Projekte und offenen Baustellen zu vollenden.

Angefangen hat die Saison schon ganz ok, nach dem arbeitsintensiven Winter war ich im Frühjahr wieder voll heiß auf Fels und was gibt es besserers als in Karlstein bei Top Bedingungen anzureissen.
Bereits am zweiten Tag draußen gelang mir die nicht geschenkte "Entschlusskraft" 8a+/8b nach nur wenigen Versuchen und auch der "Albatros" 8a lies sich gleich darauf noch einfangen. Wenige Tage später wieder in Karlstein gelang mir die technisch nicht ganz einfache "Endomorphin" 8a+ im 3. Versuch und auch in der "Headline" 8c+ machte ich Fortschritte, bis ich einen, für mich wichtigen Untergriff an der Schlüsselstelle ausriss. Dann spiele zeit und Wetter nicht mehr mit und andere Gebiete wurden wieder interessant.

Im Klobental bei Waidring konnte ich ein offenes Projekt von Günther Wimmer befreien und die "Klumsin" wird irgendwo bei 8a/+ einchecken.

Bei einem Großfamilienausflug in die Fränkische gelangen mir einige extrem schöne 9er im onsight und eine coole 8a, Namen leider vergessen. Die Fränkische hat es uns echt angetan und ich freue mich schon auf den nächsten Besuch in dieses gemütliche und hochkarätige Klettermekka.

Die letzte Woche war ziemlich abgefahren. Angefangen hat´s mit der ersten Wiederholung der neuen Schleierperle "#Schwanzbär31" ca.8b+. Markus (Bendler) hat die geniale Linie, links vom "Tanzbär" letztes Jahr eingebohrt und konnte sich genau an seinem 31 Geburtstag die Erstbegehung holen, meine Geburtstagsgeschenk war, dass ich ihn gesichert habe. Die Tour hat zwei spezielle Stellen, die mir zum Glück gut gelegen sind ;-).

Wenige Tage später war ich mit Toni an der Steinplatte am St.Johanner Palven, wo ich mich seit einiger Zeit immer wieder mal am "Daydream" 8c versucht habe. Nach kurzem aufwärmen konnte ich mich dann gleich im ersten Versuch durch diese Traumroute fighten und es war ein echter Kampf. Echt geil!! Erstbegangen wurde die Tour vom Markus und sie verläuft links vom Megaklassiker "Sleepwalker" und nach den ersten schweren Passagen muss man noch die Schlüsselstelle vom "Sleepwalker" herbügeln, ohne rastpunkte, ein echtes Ausdauergerät. und eine mega Kletterei.

Tags drauf herrschten immer noch optimale Bedingungen und ich wusste wo ich hin muss.
Und zwar zum Saubiche. Dort wartete noch ein uraltes Oli Beihammer Projekt auf seine Befreiung. Die Linie verläuft links vom "Bohrstein" und folgt einem breiten, grauen Streifen. Auch diese Linie versuchte ich die letzten Jahre immer wieder, doch heuer hat es sich das erste mal sinnvoll angefühlt dran zu bleiben und ich konnte heuer am zweiten Tag in der Route schon einen sehr guten Veruch starten, scheiterte aber weit oben am letzten schweren Zug.

Doch diesmal sollte es anders laufen. Die Bedingungen sind gut, ich starte rein, die erste Stelle lief super und ich warte am Schüttler, bis ein bisschen Wind aufkommt. Dann rein in die Schlüsselstelle, es läuft wie am Schnürchen und die Bewegungen fühlen sich super an, ich komme über die entscheidenden Züge, bin aber so fertig dass ich nicht mehr einhängen kann, ich ziehe weiter, der Hook sitzt, der letzte rettende Griff, ich kann ihn nicht erreichen, ich bin zu gepumpt um nochmal nachzudrücken und mache einen weiten Segler hinunter ins Seil. Ich mache Pause, Toni motiviert mich.

Die erste Stelle von "#Schwanzbär31"
 
Nach 35 Minuten bin ich wieder in Wandmitte. Ich habe ein super Gefühl, besser als davor. Alles läuft perfekt und ich erreiche auch den letzten guten Griff in der glatten Platte. Etwas nervös drücke ich mich noch die letzten technischen Züge zum Stand hinauf und schreie meine Freude lauthals ins Tal hinunter. Die Linie zählt sicher zu den besten Erstbegehungen die ich gemacht habe und ich gab der "Kingline" auch einen besonderen Namen. "King Xaver" .
 Ich hab einiges an Zeit und Tüftelei investiert und ich glaube 8c müsste ganz gut passen als Bewertungsvorschlag, aber vielleicht sagt ja irgendwann mein kleiner Xaver, "Hey Papa mehr wie 8b is des owa nid!".  Nach den Erstbegehungen von "Bedlbuz" 8b, "Greenpeace" 8b+ (ohne Kunstgriffe) und "Sauspiel" 8b ist nun "King Xaver" 8c die härteste Nuss an der Kaffeplatte und sicherlich was vom besten, was der Saubiche zu bieten hat.

 
Aber auch am Schleier wartete noch ein Projektl. Letztes Jahr legte der Wahltiroler Michi Meisl einige erstklassige Neutouren am Schleier, im Sektor Skywalk, durch unberührte Bereiche. Eine Linie stach auch mir ins Auge. Die Verlängerung der Route "Skywalk" 7b+ hat nun gut 55 Meter man braucht ca.16 Expressen und die Linie hört auf den Namen "Skydive"  und ist für Leute die auf geile, lange 8a´s stehen, ganau das richtige. Weiter links im Sektor Skywalk, rechts von "Bingo Bongo" 6b+ gibt's seit ein paar Tagen noch eine nette, kurze aber schöne 7a namens "Reiwaloata".

Die "King Xaver" verläuft links vom "Bohrstein".
 
Ja und da ich ja jetzt stolzer Besitzer eine Schlagbohrmaschine bin, habe ich am Schleier noch zwei geile Linien eingerichtet und vielleicht wird in nächster Zeit noch die ein oder andere Linie folgen, stay tuned!

Rock´n Roll und viel Spaß am Fels,
Guido

Freitag, 27. Februar 2015

Winter! So far, so good!

Der heurige Winter war wieder mal ein recht arbeitsintensiver. Zwischen Freeriden, Skitourengehen, Lawinencamps und Eiskletterkursen mit Gästen, blieb beinahe keine Zeit mal selber ins Eis zu gehen und ein extrem lästiger und schmerzhafter Zwischenzeheninfekt, tat sein bestes um mich in keine festen Schuhe mehr zu lassen. Das Eisklettern wurde schließlich mit einer äußerst motivierten Truppe nachgeholt und wir flogen für 2,5 Wochen nach Kanada, genauer gesagt nach Canmore, ins Herz der Rocky Mountains. Zusammen mit meinen Kumpels Max Berger, Simon Berger (nicht verwandt!), Christian Hechenberger, Christop Thorensen (Drone), Hannes Mair und Much Mayr (www.alpsolut.com) durfte ich 2,5 aufregende und intensive Wochen in der kanadischen Eiswildnis erleben. Aber mehr dazu bald... ;-)



Montag, 24. November 2014

Vamos a Chulilla

Das man in Spanien geniale Felsen findet ist wohl den meisten Kletterern schon bekannt, wenn nicht, ihr könnt es glauben, oder am besten selber hinfahren. Das kleine Dörfchen Chulilla, vor vielen Jahren schon in Mode, wartet mit einer enormen Vielfalt an erstklassigen Routen auf felshungrige Vertikalkraxlobaten. Wir, July (incl. Bauchzwerg :-), Simon und Dani wollten uns davon selbst überzeugen und setzten uns in  den Flieger. In den zwei Wochen konnten wir die Sonne, die angenehmen Temperaturen, das gemütliche spanische Flair und vor allem das enorme Potenzial an erstklassigen Routen genießen. Die Mädels waren fleißig und Simon und ich haben auch nicht allzuviele Ruhetage gemacht, denn die Devise war klar, Onsight, Flash oder zweiter Versuch und so kletterten wir alles was uns anlachte von 7c - 8b. Wir fühlten uns wie Kinder in der Schokoladenfabrik und ein Fight jagte den nächsten. Fotos gibt's fast keine, denn wir waren ja schließlich zum klettern da und Kletterurlaub richtig gemacht ist der Urlaub, wo man nachher Urlaub vom Klettern braucht. So hab´s ich halt verstanden ;)



Geile Wände und schöne Landschaft. Chulilla




 

Mittwoch, 22. Oktober 2014

"Vom Kaiser in die Welt" auf der Alpinmesse 2014

Wer am 16. November 2014 noch nichts zu tun hat und zufällig auf der Alpinmesse in Innsbruck ist, hat ab 18:00 Uhr die Möglichkeit meinem Vortrag "Vom Kaiser in die Welt" zu lauschen.

Mehr dazu auf http://www.alpinmesse.info/de/Guido-Unterwurzacher/

Vom Kaiser in die Welt

Guido Unterwurzacher ist am Fuße des Wilden Kaiser in Going aufgewachsen. Der Klettersport und die Faszination Berg haben ihn bereits in früher Jugend gefesselt und seither nicht mehr losgelassen.

Guido erzählt von seinen ersten Abenteuern am Wilden Kaiser, seinem Hausberg, bis hin zu seinem Werdegang zu einem der wohl vielseitigsten Alpinisten Österreichs.

Seine Faszination trieb ihn vom Wilden Kaiser zum Sportklettern nach China, zum Bergsteigen nach Patagonien, zum Eisklettern nach Norwegen und zu den mächtigen Granitriesen des Karakorum Gebirge im fernen Pakistan - vom Kaiser in die Welt eben!

Der Multimediavortrag zeigt, in atemberaubenden Bildern und packenden Kurzfilmen, Einblicke in seine Leidenschaft und warum er sich für diesen Weg entschieden hat.

Gewinne die neue GoPro4

Unter allen Alpinmesse Besuchern, die online ein Ticket zum Vortrag von Guido Unterwurzacher buchen, verlosen wir die brandneue GoPro4 im Wert von € 400,-!

Neben einzigartigen Verbesserungen wie Touchscreen und  Audioaufnahmen, bietet die GoPro4 eine doppelt so hohe Bilderwiederholrate als beim Vorgänger, sodass bei 4K-Aufnahmen künftig unglaubliche 30 Fps möglich sind.

Die Verlosung ist am Vortragsabend, 16.11. vor Beginn des Vortrages. Viel Glück!

 
Also vorbeischauen lohnt sich, allein schon wegen der GOPRO!
Bis dann,
Guido  

Geheimtipp: Steinplatte im Herbst!

Naja ganz so geheim ist´s auch nicht, aber die die es nicht gewusst haben werden sich freuen, denn im Herbst an der Steinplatte zu klettern hat schon was spezielles. Kühle Luft, ideale Verhältnisse,genialer Fels und für wirklich jeden was dabei.

Vor ziemlich genau einem Jahr oder so seilte sich Georg Lichtmannegger aka "Esl Erg" über eine steile imposante Wand rechts vom "Alpengeier" ab um eine neue Tour einzurichten. Die 4.Seillänge sollte jedoch eine ziemlich harte Nuss werden, irgendwo im 10.Grad hat mir Erg erzählt, aber wahnsinnig guter Fels und abgefahrene Griffe sollen vorhanden sein. Die Längen drunter sind auch nicht ohne und gesamt gesehen ist es mit Sicherheit die schwerste Route an der Steinplatte.

Nach diesen Informationen war ich natürlich mehr als motiviert der Route, die Erg auf den Namen " El Elyon" (Der Höchste) taufte, einen Besuch abzustatten. Zusammen mit meinem Kumpel Simon Berger kletterte ich das erste mal durch die Tour. Die ersten Seillängen sind auch nicht ohne aber echt cool zu klettern. Die Schlüsselseillänge konnten wir uns ganz gut ausbouldern, zumindest hatten wir die Züge des knackigen Boulders machen können. Die letzte Seillänge kletterten wir im Graupelschauer. Cooler Tag und runter ins Tal gings als Belohnung mit unseren Speedschirmen.

Zwei Monate später waren Simon und ich zurück. Und auch die Sonne. Es war ganzschön heiß. Wir konnten alle Seillängen bis zur Schlüssellänge durchsteigen (7b, 7c, 7c+) und in der Schlüsselstelle konnte ich erstmals die Passage klettern, aber oben raus wird die Sache dann noch ganzschön pumpig. Es fühlte sich schon machbar an und wir waren voll motiviert, so bald es geht wieder einzusteigen. Als Belohnung starteten wir wieder mit unseren Speedschirmen am Gipfel, zogen unsere Kurven in der Luft und landeten wenige Minuten später im Tal.

Aber es kam wie es kommen musste und somit immer was dazwischen.

Zwei Monate später hab ich es dann nicht mehr ausgehalten. Simon hatte immer Zeit wenn ich keine Zeit hatte und umgekehrt. Aber es musste einfach sein, ich war so heiß auf die Tour, dass ich es nichtmehr ausgehalten habe. So konnte ich meinen Kumpel Mono Berthold motivieren, seinen Sportkletter und Boulderarsch mal wieder in was längeres zu hängen. So spazierten Mono und ich zum "El Elyon". Irgendwie hab ich manchmal so ein Gefühl, dass etwas heute klappt und an dem Tag war es ganau so. Ich kletterte die erste, etws wackelige 7b, die zweite 7c hat mich wegen einem Fehler abgeworfen, seilabziehen, dann durchgestiegen, die 7c+ stellte diesmal kein großes Problem dar und schon waren wir unter der Crux. Mono war sichtlich geflasht von der Kletterei und hat jetzt schon Blut geleckt. Auch Material teschnisch war der Tag ein Highlight. Ich hab meine Sonnenbrille, 2 Expressen und die Zahnbürste blöderweise runterfallen lassen, aber wiedergefunden :).

Dann boulderte ich die Crux Länge rauf, hängte mir die Schlingen ein, markierte die wichtigsten Stellen und kam wieder zurück an den Stand wo mein bayrischer Freund auf mich wartete. Danach boulderte Mono in der Schlüsselstelle und hatte seinen Spaß.

Dann stieg ich ein und alles lief wie am Schnürchen, der pressige Boulder gelang erstaunlich gut und die wackelige Stelle nach dem Raster und der obere Teil wurden zum Kampf, aber geschenkt wird einem so eine Länge eben nicht. Nach einem lauten Freudenschrei hängte ich meine Selbstsicherung in den Stand und sicherte Mono nach. Die letzte 6b+ war dann eher keine Hürde mehr :) aber eine schöne Belohnung für die Strapazen davor. Was für ein cooler Tag! Danke Mono fürs lautstarke Anfeuern! Und Danke auch an den Inhaber des Rock´n Roll Mountainstore für das Bier Sponsoring danach!!!

"Let the good times, get a lot of longer!" Happy nach der ersten freien Begehung von "El Elyon"

 

Hard Facts
"El Elyon" 7b, 7c, 7c+, 8b, 6b+
Eingerichtet von Georg Lichtmannegger, Andi Demoser



"Die Piefke Saga"

Wer kennt sie nicht?? Eine Kultfilmreihe die man einfach gesehen haben muss! Aber es gibt noch eine andere "Piefke Saga" die man gesehen oder aber besser noch geklettert sein sollte.Die ist zwar nicht so lustig, aber wenn man sie geschafft hat, hat man sicher auch eine riesen Freude.
 Mein Freund Klaus Harasser, der sich mit vielen Erstbegehungen bei uns an der Steinplatte, Schleier, Saubiche usw. verewigt hat ist dieses Meisterstück geglückt. Oft hat Klaus zu mir gesagt :"Pumuckl, Hauts enk eini in die Piefke Saga, de is a Wahnsinn, oa schware Stell de i nid dakliab, owa fe enk schorfn Geign war des wos!" Klaus ist leider vor einem Jahr bei einem tragischen Unfall viel zu früh aus dem Leben gerissen worden, aber seine Worte hatte ich die letzten Wochen immer im Hinterkopf und so machten sich Toni Moßhammer und ich auf den Weg, zur "Piefke Saga".

Und Klaus hat absolut nicht übertrieben! Die Route ist der reinste Klettertraum. Ich klettere nun seit meinem  11 Lebensjahr und durfte schon viele geniale Meter klettern, aber die 2. Seillänge der "Piefke Saga" zählt mit Abstand zu den besten meines Lebens. Man klettert und denkt sich die ganze Zeit, das gibt's jetzt nicht, dass da so ein Loch daherkommt und denkt sich, wenn das Loch da oben jetzt auch noch gut ist, dann glaub ich´s gar nicht mehr und dann ist das nächste Loch auch gut und das drauf auch und so weiter... Da können so manche Routen in Ceüse, Verdon, Schleier nur vor neid erblassen. Im Topo stand die Länge mit 9+/10- drin und ich glaub irgendwo in dem Bereich wird sie auch zuhause sein. Ich bin raufgebouldert, danach nochmal rausgekugelt und dann hats geklappt, die wohl schönste Seillänge an der Steinplatte zu befreien.

Leider haben wir den Klaus nicht mehr persönlich sagen können wie GEIL seine Tour ist, aber irgendwas sagt mir, er hat zu uns heruntergelacht und sich mit uns gefreut., dass wir so einen coolen Tag in seiner Traumtour erleben durften.


Toni in der ersten Seillänge der "Piefke Saga"

Hardfacts
"Piefke Saga" 7c, 7c+/8a, 6b+
Eingerichtet von Klaus Harasser


Mein Dank gilt den Erstbegehern dieser Traumtouren und den Wiederholern kann ich nur sagen, Achtung: Extrem Geil!

Nach so schönen Tagen am Fels will man eigentlich nur eines, so schnell es geht nochmehr KLETTERN!

Deshalb werd ich jetzt den Computer ausdrehen, den Rucksack packen und dem roten spanischen Kalk meine gierigen Kletterhände auflegen.

Rock´n Roll,
Guido

Montag, 7. Juli 2014

St.Anton Filmfest Tour


Zusammen mit der Mannschaft der Filmfest St.Anton Promotion Tour, waren Christian "Hechei" Hechenberger und ich auf einigen Stationen wie Bozen, Wien und Kufstein unterwegs. Neben zahlreichen tollen Filmen übers Skifahren, Slacklinen, Mountainbiken, Höhenbergsteigen, Kayaken und Klettern wurde unser Eiskletterfilm "Frozen Rally", von Hannes Mair (www.alpsolut.com) hergezeigt.

Den Zuschauern hats gefallen und wir freuen uns schon auf das Filmfest St.Anton Ende August!