Freitag, 1. Februar 2008

First Ascents

In den vergangenen Tagen gings wieder richtig rund in Achleiten. Es wurde geklettert, gebohrt, geputzt und geblödelt bis zum umfallen. Das Resultat kann sich aber trotzdem sehen lassen.

"Falling Pieces" 8a+ und das "Rauchopfer" ca. 8a+/8b(schwer zu bewerten!) gelangen beide am selben Tag. Unser immer mehr zur Topform auflaufender Engländer Dougal (Queen Duglas) Taverner holte sich gleich die erste Wiederholung von "Falling Pieces" und so waren wir alle wiedermal glücklich. An solchen Tagen hat die Wirtin vom Gasthaus auch immer was zu lachen mit uns.

Eine weitere Route haben Hias (Heass) und ich auch noch eingebohrt, rechts vom "Rocketman". Ganzschön knackig...

Samstag, 26. Januar 2008

Big Day Out!!!







Heute waren wir wieder alle versammelt in Achleiten. Nach der gestrigen Nachtskitour, fühlte ich mich am Morgen nicht gerade nach "Vollgas" Klettern, aber mal sehn was der Tag so bringt. So machten sich Toni, Hias und ich auf den Weg. Dougal wurde erst noch die Frisur getuned von meiner Mum ehe er nachkommen konnte. Nach kurzem Warmmachen und nach der Ankunft von Dougal mit Strähnchen (very doable), dachte ich ein Versuch im neuen Projekt, welches ich seit 3 Tagen probierte, sei angebracht und siehe da es klappte auf Anhieb. Entstanden ist eine einzigartige Route, charakteristisch für ihren Sprung und ihren komplexen Ausstieg.

"SuperNova" wird wohl so bei 8a+/8b einchecken.

Danach stieg auch Dougal in den "Rocketman" 8b+ ein, welchen er auch seit kurzer Zeit versucht hatte und stieg ihn diesmal souverän durch. Damit sicherte er sich seine bislang schwerste Route. Yeahh man, Keep it together, Dougal.

Hias Schiestl tat es mir gleich und explodierte nochmal in der "Supernova" und lies sich vom Ausstieg nicht mehr abwerfen und holte sich vedienter Maßen die zweite Begehung. Kurz danach knackte auch noch der starke Andi aus dem Tegernsee die Route und der Tag wurde von allen beim Gasthof mit einem Bierchen abgerundet.

So kanns ruhig weiter gehen...

Donnerstag, 10. Januar 2008

Bohrfieber

Neulich machte ich mich alleine, mit meiner treusten Gefährin, Gismo, auf den Weg nach Achleiten. Eine weitere Linie wartete darauf eingebohrt zu werden. Alleine im Vorstieg kletterte ich ins Neuland, was garnicht mal so ohne war. Der erste Haken ist auf einer Höhe in der ein Abgang äußerst schmerzhaft werden kann, vorallem wenn man in einem Cliff hängt und unkontrolliert aus der Wand schießt. Aber ich wollte es ja so. Gesichert mit dem GriGri kletterte ich soweit ich konnte cliffte wieder und bohrte. Ich wollte keine Route einrichten mit Hakenabständen von einem Meter, deshalb wurde ich gut gefordert. Dann sah die Sache etwas brüchig aus und alles begann zu brökeln und plötzlich brach der Griff den ich in der Hand hatte und ich verabschiedete mich mit einem Schrei aus der Wand und ich wusste der Sturz wird nicht samtig weich. Nach kurzer Begutachtung der nächsten Meter kletterte ich weiter. Ich bohrte und cliffte über eine steile Kante hinaus und im leichten Gelände fünf Meter unterm logischen Stand versagte der Akku... Die neue Tour wird wohl ziemlich schwer, aber rechts davon siehts leichter aus....

Es stehen noch so viele schöne Linien herum, wenn nur nicht der Bohrhakenvorrat schon erschöpft wäre.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

NewOldSchool

Tatort, Achleiten. Zwei kälte unempfindliche Wesen treffen sich analysieren Schneelage im Gebirge von Weitem, entschließen aber den Skiern den Rücken zu zeigen und greifen zur Bohrmaschine, werfen sie in ein viel zu kleines Auto und rasen los, richtung eines ihnen wohlbekanten Massivs namens Achleiten, ein Treffpunkt der "Newschool Freeclimbgeneration". Wer dort klettert ist cool, gilt als "hip" und "in"! Wir schwammen gegen den Strom der Konsumenten und stürzten uns kopfüber ins Abenteuer "Neutour". Eine neue Linie sollte es werden, aber abseilen von oben ist wie, wenn man vorher schon weiß was man geschenkt kriegt. Auch im Klettergarten ist das der Fall. Also entschloß ich mich mit dem Schlagbohrer am Mann, militär Fachjargon lässt grüßen, einzusteigen und die Linie von unten zu erschließen und mit Bolts zu versehen, wie eine perfekte Torte mit Kerzen. Man weiß nie wo der richtige Platz ist und die schönen Glasuren sollen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenig später erreichte ich eien No Hand Rest. Der perfekte Stand.? Nein 2 Meter höher siehts nochmal interessant aus. Eine technische Stelle und einige Zeit später, habe ich die Standhaken versenkt und eine neue Route hat das Licht der Welt erblickt. Befreit muss sie noch werden aber der "Rocketman" neben an leistet sicher gute Gesellschaft. Leicht wird sie nicht. Der Kreislauf dreht sich wieder...

Sonntag, 16. Dezember 2007

Powderhausen




Tirol, speziell Fieberbrunn, hat bei diesen Schneeverhältnissen wiedermal unter Beweis gestellt, dass es zu den besten Freeridegebiten zählt. Unzählige Rinnen, Flanken und Hänge warteten nur darauf von uns befahren zu werden, bei der Pulvermenge und dem tollen Wetter, war so manch einer den Tränen ganz nahe. Zwei Tage der volle Wahnsinn abseits der Piste, mit minimalem Aufwand die geilsten Geräte fahren und nach der langen Tiefschneetalfahrt den Tag bei einem Weizen und einer Bretteljause ausklingen lassen, wenn das nicht dem kitschigen Klischeeoptimalgedanken entspricht , verstehe ich die Welt nicht mehr. An klettern garnicht zu denken.... Vorerst.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

WOODSTOCK 2007

Der zweite Drytooling Bewerb in Innsbruck and am Wochenende statt und auf Grund eines Unfalles war Thomas "Steini" Steinbrugger, nicht in der Lage und Verfassung die ehernvolle Aufgabe des Routensetzters zu übernehmen. So lag es wieder bei Hias Schiestl und mir, vier Qualifikationsrouten und ein Finale zu setzen. Die meisten Teilnehmer hatten ihre Freude mit den technischen und kräftigen Routen. Die lange ausdauernde Finalroute wurde gleich von 4 Teilnehmern durchgestiegen, was bestätigte, dass wir die Starter unterschätzt haben.

Bei den Damen gewann wie erwartet Petra Müller, bei den Herren bekam Markus Bendler Wind davon, dass er schnell sein musste und sicherte sich somit den zweiten Sieg in dieser Saison. Das Preisgeld verwandelte er jedoch zügig in Tequila was so manchem die Lichter ausknipste...

Dienstag, 27. November 2007

Alpinmesse 2007





Hias und ich, die nervösen Routensetzer nach einem gelungenen Finale beim "Pray for Ice Bewerb" in Innsbruck. Da es der erste Bewerb der Saison war, sollte es für uns kein leichtes sein, das Können der teilnehmer zu erahnen. Einziger Anhaltspunkt war die Fitness von Hias bzw. Markus. Da es auch keine Frauenklasse gab mussten wir die Routen so setzen, dass auch die Damen nicht zu kurz kommen und einen tollen bewerb in Erinnerung haben. Anfangs dachten wir, die Routen wären zu leicht, doch dann entstand ein durchaus spannender Wettkampf. Im Finale hatten so manche mit den kniffligen, und technischen "Badhooks" zu kämpfen. Markus Bendler lieferte eine super Show und bezwang als einziger die lange Finalroute bis zum Top, sein stärkster Konkurent Herbert Klammer, welcher sichtlich gut in Form ist, scheiterte leider an der Folge eines Abrutschers.

Im großen und ganzen war es ein sehr gelungener Wettkampf aus der Sicht der Teilnehmer, Zuschauer und auch aus der Sicht der Routensetzer.

Images from another World






Half Dome von Glacier Point und Abendstimmung in Mammoth

Mittwoch, 7. November 2007

...aber noch lange nicht zu Ende!!!

Natürlich ist es immer bitter Niederlagen zu kassieren, aber jede Niederlage ist ein weiterer Schritt zum Erfolg und jeder weitere Schritt in die Richtung eines Traumes oder eines Zieles, ist ein wichtiger Schritt. Jeder der mich kennt wird wissen, aufgeben ist eine meiner Schwächen, Hartnäckigkeit und Geduld meine Stärken.

Meinen Traum vom El Cap habe ich noch fest in meinem Kopf verankert. Die richtige Zeit wird kommen.

Doch jetzt heißts erst mal studieren und die ein oder andere neue Linie ist mir auch schon ins Auge gestochen die vielleicht mit ein paar Bolts nicht schlechter aussehen würde.

Peace, Love and Rock´n Roll
Guido

Montag, 29. Oktober 2007

Aus der Traum...







Nach 2 Monaten Amerika bin ich nun wieder zuhause angekommen.
Es waren schöne, erlebnisreiche und lehrreiche zwei Monate, in denen ich viele neue interessante Leute kennengelernt und neue Freunde gefunden habe. Leute aus allen Ecken der Welt kommen zusammen im Camp4. Heuer war auch aus der nationalen Szene einiges geboten. Alex und Tom Huber, Gerhard Hörhager, Beat Kammerlander, Markus Bock, Marietta Uhden alle waren versammelt im Valley und am Abend beim Lagerfeuer wurde über Gott und die Welt geplaudert.

In "Sunny California" war es in der letzten Zeit garnicht so "sunny", das Wetter schlug vielen ein Schnippchen und kreuzte so manchen Plan. Mit Peter Heis zusammen kletterte ich Ende September die "Salathe Wall" in zwei Tagen, als Vorbereitung für eine freie Begehung des "Freerider", welchen ich mit Toni Moßhammer im Oktober angehen wollte. Eine Fingerverletztung und eine Grippe setzten mich zweieinhalb Wochen außer Gefecht, als Toni nach anstrengender Reise ankam hatten wir wieder Schlechtwetter, besser gesagt zwei Tage schlecht einen Tag schön und das ganze zweimal. Es blieb uns nichts übrig als Risse zu klettern, zu spulen und zu warten.
Dann das Schönwetterfenster, jedoch mit Wolken abgebildet und eine Regenwahrscheinlichkeit von 20% am ersten und eine 40%ige am zweiten. Wir schleppten unseren Haulbag über die Fixseile rauf zu den "Heart Ledges" und stiegen am nächsten Tag über den "Freeblast" ein, wo uns unter dem "Halfdollar Flake" die 40% Regen ganzschön ins Staunen brachten, alles war nass binnen Sekunden und die Seile standen quer. Bester Plan und einziger Abseilen, denn mit einer Regenjacke für zwei Personen und einem Langarmshirt war der Spaß gleich vorbei.
Nächster Versuch, zwei Tage später mit Aussicht auf super Wetter, wie es sich gehören würde. Start um 6 Uhr Morgens, geil heute sind wir sicher die ersten, dachten wir.
Als wir zum Einstieg kommen glauben wir unseren Augen nicht. Drei Seilschaften sind vor uns, einer der ersten Seilschaft ist erst am Stand, die anderen wollen jümarn, ich frage noch ob wir überholen können, aber in seinem französischen Englisch erzählt er mir noch was von "lö Chaos" und "lö Katastrophe". Wir entscheiden uns es am nächsten Tag, eine halbe Stunde früher nochmals zu versuchen. Die letzte der drei Seilschaften, war dann die Aufheiterung für uns, Eli und Pete aus Maine, sofort wurde gewitzelt und geblödelt und manchmal merkt man sofort, wenn wer auf der gleichen Wellenlänge ist. Wir vereinbarten uns am nächsten Tag am "El Cap Spire" auf ein Bier zu treffen, ihr Tagesziel war das "Hollow Flake Ledge". Ausgemacht ist Ausgemacht, wir wünschten uns gegenseitig viel Spaß und Toni und ich machten uns auf den Weg zurück ins Camp und danach in die Meadows. In 7 Stunden waren die Franzosen gerademal bis zur "Halfdollar Flake" gekommen. Die beiden Amis haben überholt.

Nächster Tag. Alles lief perfekt, die technischen Platten, das Reinklettern in den Halfdollar, das Boulderproblem nach den Heart Ledges, der Hollowflake Downclimb, alles ging tadellos und am Hollowflake Ledge waren wir super in der Zeit und Kraftmäßig fühlte ich mich noch total gut. 5Seillängen noch bis zum El Capspire. Wir machen eine Pause, essen und trinken eine Kleinigkeit und ich starte weiter in den "HOLLOWFLAKE Chimney". Ein eigentlich gewöhnlicher Kamin, den man halt nicht absichern kann, man steckt darin wie ein Klemmkeil, mit den Knien und den Ellbögen arbeitet man sich durch diese "Kletterspaßbremse" langsam nach oben. Als ich mich so nach oben drücke und stemme und gerade das rechte Bein zum höherkommen löse, rutschte ich ab und ich donnere voll in meine Kniescheibe die unter der Belastung irgendwie unvorteilhaft nach außen gedrückt wird...ich schrie vor Schmerz, jede erneute Berührung mit dem Knie tat höllisch weh, jedoch war weiter klettern einfacher als wieder abzuklettern. So kletterten wir noch bis eine Seillänge unter den "Monsteroffwith" und dann kam die schmerzhafte Einsicht, dass ein Weiterklettern keinen Sinn mehr macht...
Aus der Traum vom "Freerider", aus der Traum vom Toni einen Big Wall zu machen und unsere Verabredung am El Cap Spire mussten wir auch platzen lassen.
Nach einer Nacht am Long Ledge seilten wir nach unten, endtäuscht und demotiviert. Dort wurden wir aber von unseren Frunden Samuel, Patrick und Hias empfangen und wir fuhren zu den Hot Tubes nach Mammoth was mit Sicherheit die beste Idee war. Die folgende Woche verbrachte ich damit, Toni irgendwelche Risse hoch zucoachen.

Am Tag vorm Abflug aßen wir noch ein Steak in Modesto, was der größte Fehler überhaupt war. Toni kotzte die ganze Nacht und am Vormittag des Abfluges, bei mir ging es 2 Stunden vor Abflug los, was den gesamten Flug imens verschönert hat, denn ich verbrachte die halbe Zeit am Klo....


Hier noch ein paar coole Bilder