Das erste Semester zur Bergführer Ausbildung konnte ich, mit dem letzten Hochtourenkurs im Ötztal, positiv abschließen und bin somit offizieller "Bergführer Anwärter" und kann nun auch offiziell bergbegeisterte Leute durch steile Wände, lange Grate und wilde Flanken auf ihre Gipfel der Träume und natürlich auch wieder hinunter führen, im Sommer wie im Winter egal ob im Fels, Eis oder Schnee der Alpen, Dolomiten, Westalpen oder weiß der Yeti wo. Du zeigst mir deine individuelle Line, ich bring dich rauf, runter und gesund wieder heim!!
Bei Interesse einfach eine mail an:
guido.unterwurzacher@gmx.at
BerGeil!!!
Guido
Montag, 9. Juli 2012
Spiel der Narren
Welcher Name trifft die Faszination mit der wir immer wieder aufbrechen um was zu erleben, besser als der der Route "Spiel der Narren"(8-,8-,8,8-,9+,8+,8-,9-,8-,8+??!!!) am Predigtstuhl im Wilden Kaiser? "Narren" weil wir es uns doch auch leichter machen könnten, den Tag anders gestalten als gerade in einer steilen und abweisenden Wand und "Spiel", weil es sich um ein Spiel handelt, bei dem ein gewisser Einsatz verlangt wird. Rein namenstechnisch müsste uns die Route ganz gut liegen, dachten sich Hannes Leitner und ich und so machten wir uns auf den Weg zur steilen Westwand. Die Spielregeln sind recht einfach, es gilt alle 11 Seillängen durchwegs im 8.Grad und eine im 9.Grad zu durchsteigen, in einem Zug, in einem Tag, von unten nach oben...
Berits vor 6 Jahren wagte ich einen ersten Versuch mit meinem Kumpel Reini aus Kitzbühel, aber die hohen Schwierigkeiten, die sportliche Absicherung und die sommerlichen Temperaturen machten uns einen Strich durch die Rechnung und wir mussten abseilen.
Diesmal sollte es anders laufen. Hannes und ich kletterten im Überschlag und ohne Sturz bis zur Schlüsselseillänge, eine 7c+/9+ mit einer harten Boulderstelle, welche mir im zweiten Anlauf gelang. Die Seillängen danach eine 8+,eine 8-,eine 9- eine 8- sind uns alle im ersten Versuch geglückt, das Beste sollte aber wie immer zum Schluß kommen. Die letzte Seillänge im Grad 8+ !!! verlangte mir nochmal alles ab und gelang mir erst im vierten Anlauf und das am aller letzten Hemd, deswegen würden wir dieser Länge eher den Grad 8-/8 geben, denn mit 8+ hat das nicht mehr viel zu tun ;-))). Mit einem breiten Grinser im Gesicht, saßen wir noch eine zeitlang am Gipfel und sind uns einig, "Das Spiel der Narren" sollte man mal gespielt haben.
Rotpunkt Begehungen hat die Route meines Wissens noch nicht allzuviele gesehen, aber eines steht fest, wer vernarrt ist in das Spiel mit den Felsen, ist hier genau richtig.
Berits vor 6 Jahren wagte ich einen ersten Versuch mit meinem Kumpel Reini aus Kitzbühel, aber die hohen Schwierigkeiten, die sportliche Absicherung und die sommerlichen Temperaturen machten uns einen Strich durch die Rechnung und wir mussten abseilen.
Diesmal sollte es anders laufen. Hannes und ich kletterten im Überschlag und ohne Sturz bis zur Schlüsselseillänge, eine 7c+/9+ mit einer harten Boulderstelle, welche mir im zweiten Anlauf gelang. Die Seillängen danach eine 8+,eine 8-,eine 9- eine 8- sind uns alle im ersten Versuch geglückt, das Beste sollte aber wie immer zum Schluß kommen. Die letzte Seillänge im Grad 8+ !!! verlangte mir nochmal alles ab und gelang mir erst im vierten Anlauf und das am aller letzten Hemd, deswegen würden wir dieser Länge eher den Grad 8-/8 geben, denn mit 8+ hat das nicht mehr viel zu tun ;-))). Mit einem breiten Grinser im Gesicht, saßen wir noch eine zeitlang am Gipfel und sind uns einig, "Das Spiel der Narren" sollte man mal gespielt haben.
Rotpunkt Begehungen hat die Route meines Wissens noch nicht allzuviele gesehen, aber eines steht fest, wer vernarrt ist in das Spiel mit den Felsen, ist hier genau richtig.
Mittwoch, 27. Juni 2012
Expedition "Trango Towers" 2012
Zusammen mit einem dynamischen, sechsköpfigen Team bestehend aus Christian Hechenberger, Simon Berger, Hannes Leitner, Max Berger, Flo Dertnig und Jakob Schwaighofer, werde ich am 19.Juli für sechs Wochen nach Pakistan, genauer gesagt ins Karakorum aufbrechen. Unser Basislager und Zuhause für einen Monat, wird unter den gigantischen Wänden des "Great Trango Tower" (6287m) und des "Namless Tower" (6251m) aufgeschlagen und von dort aus wollen wir versuchen möglichst viel von der vertikalen Welt dieser Gebirgskette im Alpinstil zu erkunden. Es gibt viele Fragezeichen, viel Ungewisses, viele äußerst reizvolle Ziele und sehr viel Motivation von allen, dieses Abenteuer erleben zu können, einige coole Aktionen zu machen und natürlich gesund und munter und um unvergessliche Erfahrungen und Eindrücke reicher wieder nachhause zu kommen.
Diese Expedition wurde von uns schon länger geplant, letztes Jahr sogar wegen eines Unfalls abgesagt und heuer stehen wir alle gut Vorbereitet und voller Vorfreude in den Startlöchern.
Ein riesen "Dankschee" vorab für die großzügige Unterstützung geht an:
-Planet Berg Mountain Sports Kitzbühel
-Adidas Outdoor
-Adidas Eyewear
-Petzl
-LaSportiva
-Beal
-Pieps
-Black Diamond
-Thomas und Alex Huber
und an unsere Familien und Freunde!!!
Haltet uns die Daumen, wir halten euch auf dem Laufenden.
Schönen Sommer
Guido
Diese Expedition wurde von uns schon länger geplant, letztes Jahr sogar wegen eines Unfalls abgesagt und heuer stehen wir alle gut Vorbereitet und voller Vorfreude in den Startlöchern.
Ein riesen "Dankschee" vorab für die großzügige Unterstützung geht an:
-Planet Berg Mountain Sports Kitzbühel
-Adidas Outdoor
-Adidas Eyewear
-Petzl
-LaSportiva
-Beal
-Pieps
-Black Diamond
-Thomas und Alex Huber
und an unsere Familien und Freunde!!!
Haltet uns die Daumen, wir halten euch auf dem Laufenden.
Schönen Sommer
Guido
Samstag, 23. Juni 2012
Climbers Paradise im Kletterparadies Wilder Kaiser
Vor gut einem Monat wurden Alex Huber und meine Wenigkeit zu einer "Climbers Paradise" Pressekonferenz auf der Wochenbrunneralm, am Fuße des Wilden Kaisers eingeladen. Vorgestellt wurde das Konzept und die Strategien von Climbers Paradise, um dem angestrebten Klettertourismus in unserer Region einen optimalen Nährboden, auf höchstem Sicherheits und Informationstechnischen Niveau, zu gewährleisten. App´s für Routenupdates, ein virtuelles Routenbuch alla 8a.nu usw., das ganze natürlich virtuell auf dem neusten Stand. Alex und ich konnten den Anwesenden unsere Ansichten und Bedenken, aus der Sicht der "Vollblutkletterer" näher bringen und ich denke wir fanden einige offene Ohren. Da ich von genormten Sicherheitsstandards und der Massentauglichkeit von Routen, Alpinrouten und Klettergärten nicht viel halte, stehe ich dem ganzen etwas kritisch gegenüber.
Wie schon oft gelesen vertrete auch ich die Meinung "Der Berg muss wild bleiben!" und die alten Routen am Kaiser sollen auch noch für die jungen Wilden von morgen, die das Abenteuer und die Selbstverantwortung suchen, im original Zustand machbar sein, denn geschichtsträchtige Erstbegehungen durch Bohrhaken zu entschärfen, um diese Massentauglicher zu machen ist meiner Meinung nach der falsche Weg, denn die Leistungen von Dülfer, Rebitsch, Buhl und Co. sind auch heute noch mehr als beeindruckend und es wäre ein Frevel solche Meilensteine zu zerstören. Ich sehe aber auch die Chance, dass sich Climbers Paradise im Fall von Problemen mit Grundeigentümern, verschmutzten Klettergärten usw. im Interesse für die Klettergemeinschaft einsetzt, Säuberungsaktionen und Instandhaltungsmaßnahmen unterstützt und uns den Rücken stärkt.
Sonntag, 22. April 2012
Flow
Nach meiner Schnee und Eis bedingten, drei monatigen Kletterabstinenz, waren heuer die ersten Kletterversuche, wieder eine ganz besondere Erfahrung für mich. Alles fühlt sich schwer und hart an, der gewohnte Bewegungsfluß gleicht einem grobmotorischen, schwerfälligen Gerampfe und nach 3 Routen war meistens der Ofen aus. Aber von mal zu mal ging es besser und erstaunlicherweise dauerte es nicht lange bis der Saft aus den Skitourenhaxen zurück in die Finger fand.
Karlstein war nach einigen Jahren wieder mal der "place to be". Top Bedingungen, geile Routen und super Stimmung, genau was man braucht um voll motiviert anreissen zu können und so konnte ich relativ flott einige coole Routen knacken. Mono und Markus machten es vor und so gelang auch mir eine Begehung der Hammerline "Violent Femmes" 8b, die Tage danach konnte ich noch "Souka" 8a und "Femme Fatal" 8a knacken. Markus checkte sich eine neue abgefahrene Lösung für die alte "Headline" aus, welche nun, nach den Griffausbrüchen wohl bei 8c+ einchecken wird. Bei einem guten Versuch konnte er aber einen Haken nicht klippen und flog in hohem Bogen aus der Wand. Resultat: knöcherner Ausriß im kleinen Finger! Zum Glück wurde er von einem kompetenten Bergführeranwärter gesichert, denn sonst hätte der Bruchpilot wohl doch noch den "Sanka" gebraucht ;)
Einige Tage später spazierte ich mit meinem Hund Gismo das erste mal im heurigen Jahr zum Schleier, mit im Gepäck die Bohrmaschine. Diese Kombination hat sich in der Vergangenheit schon öfter als äußerst produktiv gezeigt und so entstand auch diesmal wieder eine Hammer Neutour. Zwischen den Routen "Heinzelmännchen" 8b und "Chaos" 8b befindet sich nun das neue Prachtstück. Tags drauf zusammen mit Hias Schiestl und Gismo wieder zrück am Schleier gelang mir die Erstbegehung. Der Neuzuwachs hört auf den Namen "Wellenreiter" und wird ca. bei 8a+/8b einpendeln, man wird sehen was die Wiederholer sagen. Auf alle Fälle ein echtes MUSS!!!
Auch am Saubichl in St.Johann gab und gibt es immer was zu tun. Ich probierte öfter mal, aber zeimlich sporadisch eine alte Route von Oli Beihammer "Greenpiecer" 8b. Ich boulderte mir eine Lösung aus, damit ich die zwei geschlagenen Kunstgriffe nicht verwenden muss und fand das ganze ziemlich knackig. Letztes Jahr ging die Stelle sehr, sehr schwer von der Hand, heuer fühlte sich das ganze etwas realistischer an und vor einigen Tagen war das erste mal "Land in sicht!". Am 21.4 spazierten July und ich wieder hinauf zum Saubichl. Noch nie waren die Bedingungen so gut wie heute und nach kurzem Schlingen reinhängen und Griffe ausgreifen machte ich einen Versuch. Alles lief perfekt, der technische Boulder mit den schlechten Tritten warf mich nicht ab, die Schuhe blieben dort stehen wo sie sollten, den Schnapper hatte ich schon gemacht ehe ich darüber nachdenken konnte und die knackige Ausstiegsplatte nahm ich voll entschlossen in Angriff und erreichte ziemlich überrascht den Standplatz dieser Hammerroute. Ich taufte die natürliche Linie, ohne die Kunstgriffe,"Greenpeace" mein Bewertungsvorschlag 8b+. Auch July konnte die optimalen Bedingungen nutzen und spazierte locker, lässig durch den "Mad Max" und holte sich ihre erste 7b. Such a perfect day!!!!
Karlstein war nach einigen Jahren wieder mal der "place to be". Top Bedingungen, geile Routen und super Stimmung, genau was man braucht um voll motiviert anreissen zu können und so konnte ich relativ flott einige coole Routen knacken. Mono und Markus machten es vor und so gelang auch mir eine Begehung der Hammerline "Violent Femmes" 8b, die Tage danach konnte ich noch "Souka" 8a und "Femme Fatal" 8a knacken. Markus checkte sich eine neue abgefahrene Lösung für die alte "Headline" aus, welche nun, nach den Griffausbrüchen wohl bei 8c+ einchecken wird. Bei einem guten Versuch konnte er aber einen Haken nicht klippen und flog in hohem Bogen aus der Wand. Resultat: knöcherner Ausriß im kleinen Finger! Zum Glück wurde er von einem kompetenten Bergführeranwärter gesichert, denn sonst hätte der Bruchpilot wohl doch noch den "Sanka" gebraucht ;)
Einige Tage später spazierte ich mit meinem Hund Gismo das erste mal im heurigen Jahr zum Schleier, mit im Gepäck die Bohrmaschine. Diese Kombination hat sich in der Vergangenheit schon öfter als äußerst produktiv gezeigt und so entstand auch diesmal wieder eine Hammer Neutour. Zwischen den Routen "Heinzelmännchen" 8b und "Chaos" 8b befindet sich nun das neue Prachtstück. Tags drauf zusammen mit Hias Schiestl und Gismo wieder zrück am Schleier gelang mir die Erstbegehung. Der Neuzuwachs hört auf den Namen "Wellenreiter" und wird ca. bei 8a+/8b einpendeln, man wird sehen was die Wiederholer sagen. Auf alle Fälle ein echtes MUSS!!!
Auch am Saubichl in St.Johann gab und gibt es immer was zu tun. Ich probierte öfter mal, aber zeimlich sporadisch eine alte Route von Oli Beihammer "Greenpiecer" 8b. Ich boulderte mir eine Lösung aus, damit ich die zwei geschlagenen Kunstgriffe nicht verwenden muss und fand das ganze ziemlich knackig. Letztes Jahr ging die Stelle sehr, sehr schwer von der Hand, heuer fühlte sich das ganze etwas realistischer an und vor einigen Tagen war das erste mal "Land in sicht!". Am 21.4 spazierten July und ich wieder hinauf zum Saubichl. Noch nie waren die Bedingungen so gut wie heute und nach kurzem Schlingen reinhängen und Griffe ausgreifen machte ich einen Versuch. Alles lief perfekt, der technische Boulder mit den schlechten Tritten warf mich nicht ab, die Schuhe blieben dort stehen wo sie sollten, den Schnapper hatte ich schon gemacht ehe ich darüber nachdenken konnte und die knackige Ausstiegsplatte nahm ich voll entschlossen in Angriff und erreichte ziemlich überrascht den Standplatz dieser Hammerroute. Ich taufte die natürliche Linie, ohne die Kunstgriffe,"Greenpeace" mein Bewertungsvorschlag 8b+. Auch July konnte die optimalen Bedingungen nutzen und spazierte locker, lässig durch den "Mad Max" und holte sich ihre erste 7b. Such a perfect day!!!!
Samstag, 31. März 2012
Time for Rock....


Der sensationelle Winter neigt sich dem Ende zu und nun ist es wieder Zeit zurück zum Fels zu finden. Ich habe den Winter über großteils auf den Skiern verbracht und war eiskletternder Weise, für 10 Tage im Eiskletterparadies Norwegen unterwegs. Dort konnten Christian "Raur" Hechendorfer und ich einige wirklich beeindruckende Linien machen und Hannes Mair hat das ganze in Film und Bild festgehalten. Laut Hannes gibt es ziemlich viel "leider nein" Material, was wahrscheinlich auf unser extrem hohes, intellektuelles Niveau zurückzuführen ist. Lustig wars trotzdem.
Danach gings für eine Woche in die Silvretta, zum "Skihochtouren Kurs" mit den angehenden Bergführern. 40cm feinster Pulverschnee und bestes Wetter waren die Strafe die wir ausbaden mussten ;).
Die letzten Wochen verbrachte ich trainierender Weise auf der ultraleichten Dynafit Skitourenrennausrüstung von Andi Notdurfter, denn unser erstes Skitourenrennen stand am Programm. Mit am Start natürlich die üblichen verdächtigen Markus Bendler, Simon Danzl und Geggi Unterrainer. Die 1000hm Rennstrecke wurde von uns allen in sportlichen Zeiten runter gestrampelt. Eine grausige Schinderei aber lässig wenns vorbei ist.

Auch am Mitterhorn waren wir noch unterwegs und konnten mit einer Gruppe von 8 Leuten einen wahnsinns Tag erleben und die ca. 50° steile Diagonal Rinne befahren.
Jetzt pack ich meinen Rucksack und geh Felsklettern, das ist nicht so stressig und keiner schaut auf die Stopuhr ;)
Rock´n roll
Guido
Freitag, 3. Februar 2012
Norway ICE
Um der sibirischen Kälte bei uns zu entwischen, geht es für mich und einer kleinen, feinen Gruppe (Christian Hechenberger, Hannes Mair) in ein paar Tagen ins wahrscheinlich noch kältere Eisklettereldorado Trondheim/Norwegen, zu unserem Erasmus Studenten Simon. Das Ziel ist wie immer klar definiert.
"Eis, Eis, Eis... so viel wie möglich!! Auf gut deutsch, picklen bis die Hauen/Nomics glühn!". Die Verhältnisse scheinen vielversprechend zu sein und vielleicht sehen wir auch ein paar Nordlichter.
In diesem Sinne "ICE,ICE BABY!!"
Sonntag, 4. Dezember 2011
Patagonia 2011
Zusammen mit Max Berger verbrachte ich Anfang November, knapp drei Wochen in Patagonien. Für mich war es die erste Reise ins Land der Stürme und mit Max hatte ich den perfekten Partner. Unser Ziel war klar definiert. "Was geht, geht!". Wir wollten uns nicht auf ein Ziel versteifen, sondern wir orientierten uns vielmehr an den Wetterfenstern und den Bedingungen vorort. Das Wetter war zum Glück auf unserer Seite und so konnten wir in rasantem Tempo einige große Routen machen und viele abenteuerliche Eindrücke sammeln.
4.11
Nach langer und anstrengender Reise erreichen wir um 16 Uhr das kleine Dörfchen El Chalten. Nach kurzem Wettercheck packen wir auch schon die nötige Ausrüstung in unsere neuen Pieps "Alpinist PRO" Rucksäcke und machen uns sofort an den langen Anmarsch zum "Lago del los Tres".
5.11
Wir starten um 3 Uhr von unserem Biwak am Lago de los Tres und erreichen um ca. 12 Uhr den Gipfel der Aguja Poincenot über die "Whillans-Chocrane" Route. Steile Schneeflanke, coole Mixedkletterei. Es ist windig und ungemütlich, wir halten uns nicht lange auf und seilen gleich wieder ab, der Lange Abstieg nach El Chalten wartet.
7.11
Um 03.00Uhr läutet der Wecker. Wir brechen auf Richtung Cerro Standhardt. Vom Gletscher aus sehen wir Stirnlampen weit vor uns am Col Standhardt. Eine weitere Seilschaft. Im 5 Seillängen Eisschlauch ist das andere Team 50 Meter vor uns, es herrscht Bombenstimmung und auf Grund des Eisschlags sind wir kurz davor das Handtuch zu werfen. Wir seilen aus dem Schlauch ab, nach 20 minütigem Hin und Her fällt eine Entscheidung. Wir starten durch!!! Um 16.30Uhr erreichen wir überglücklich den Gipfeleispilz des Cerro Standhardt. Der lange abenteuerliche Abstieg soll uns nochmal einiges abverlangen. Als wir am Labyrinth des Torre Gletscher ankommen, sind wir uns einig, wir können nicht mehr und verbringen die Nacht am Gletscher.
8.11
Am Zahnfleisch kommen wir zurück nach El Chalten. Highligts sind Dusche, Bett, Pizza, Schokomousse und Bier.
14.11
Das Wetter war eine ganze Woche schlecht, Schneeflocken in Chalten, Regen und Wind. Genug Zeit um meine Erkältung auszukurieren und zu neuer Kraft zu finden.
16.11
Wir sind auf dem Weg zum Paso Superior, nächstes Ziel Fitz Roy über die "Franco Argentina". Am Lago de los Tres zwingen uns extrem starke Windböen zu einer drei Stündigen Pause. Der Wind lässt nach und wir erreichen um 16.00 Uhr die Schneehöhle am Paso Superior. Wir genießen die angenehme Sonne, trinken Cappuccino und essen Schokolade. Zu sechst verbringen wir, mit den vier Jungs von VAUDE, unter ihnen zwei Tiroler Kumpels von mir, Hannes und Berti, eine "kuschelige" Nacht in der Schneehöhle.
17.11
Wir starten um 03.00 Uhr vom Paso Superior und erreichen um 06.30 Uhr den Einstieg auf der Brecha dellos Italianos. Die Kletterei fängt an und die vereisten Risse machen das ganze Unternehmen zu einer recht anspruchsvollen Angelegenheit. Wir kommen gut voran, meine tauben Zehen und Finger machen mir ein wenig Sorgen, der kalte Wind macht die Sache noch alpiner. Um 17.30 Uhr erreichen wir endlich den Gipfel des Fitz Roy. Wieder ist es der lange Abstieg der uns nochmal ein wenig nervös macht. Abseilen, Seil abziehen, beten, dass es nicht hängen bleibt, abseilen, abziehen, beten... Das Abseilen wurde nochmal zum Abenteuer, zum Glück war an einer Stelle das Seil lang genug. Um 00.00 Uhr kamen wir wieder zurück zur Schneehöhle, 21 Stunden Nonstop. Travellunch und Tee Jucheee!!!
18.11
PARTYTIME !!!
21.11
Das erhoffte letzte Wetterfenster hat sich um einen Tag vorverschoben und wir schauen erstmal blöd aus der Wäsche starten aber um 11.00Uhr in El Chalten und rennen wie die Blöden vorbei am Lago Suzia zum Biwakplatz unter der Aguja St. Exupery und gleich weiter über den Gletscher zum Einstieg der "Austrian". Wir wollen in einem Zug die Nacht durchklettern, nach einigen Seillängen bringt uns die Vernunft und das sich anbahnende Schlechtwetter schließlich zum abseilen.
22.11
Es war ein beherzter Versuch, nach einer kurzen und äußerst ungemütlichen Nacht, machen wir uns am Morgen mit den Schneeflocken, auf den Weg zurück ins Tal. Wir freuen uns auf Daheim.
25.11 21.00 Uhr Ankunft in München!!!
Fäcts
Aguja Poincenot "Whillans-Chocrane"
Cerro Standhardt "Exocet"
Fitz Roy "Franco Argentina"
Versuch Aguja St. Exupery (in einem Zug von El Chalten!)
Es war ein sehr intensiver und erfahrungsreicher Trip, in ein wildes und beeindruckendes Land, wir hatten Glück und konnten jedes Wetterfenster optimal ausnützen und sind gesund und munter wieder zuhause angekommen. Mit unserer Ausbeute sind wir mehr als zufrieden und es war sicher nicht der letzte Besuch...
Vielleicht klappt unser großes Projekt, Fotomachen mit Selbstauslöser, ja beim nächstenmal ;-)
DANKE an PETZL,ADIDAS und PIEPS für die freundliche Unterstützung!!! Guido
Montag, 12. September 2011
Sleepwalker
Kurz vor meinem Trip nach Patagonien konnte ich mir am Schleier vom
"Häppy Buzei" 8a+/8b , auf der Lofereralm von "1809" 8b
(onsight kein Leibl, im 3ten nix gmeint ;)) und schließlich vom Steinplattenmegaklassiker "Sleepwalker" 8B eine Begehung abholen. EDEL!!!

"Sleepwalker" 8b ("One of the finest Lines i know!")
PIC by (c) Bruno Kogler
"Häppy Buzei" 8a+/8b , auf der Lofereralm von "1809" 8b
(onsight kein Leibl, im 3ten nix gmeint ;)) und schließlich vom Steinplattenmegaklassiker "Sleepwalker" 8B eine Begehung abholen. EDEL!!!

"Sleepwalker" 8b ("One of the finest Lines i know!")
PIC by (c) Bruno Kogler
Sonntag, 4. September 2011
Stil ist nicht nur ein Teil vom Besen...
Zusammen mit Alex Huber wanderte ich wiedermal zu den abgefahrenen "Sonnwänden" der Loferer Alm. Schon vor längerer Zeit stach uns eine spektakuläre Linie ins Auge, die wir erstbegehen wollten. Das spezielle an der Linie war nur, dass wir komplett auf "Bolts" und "Normalhaken" verzichten wollten. Ein verwegener Plan. Nach einem "Frühstart" um 15.00 Uhr in Lofer machten wir uns am 2.09.2011 auf den Weg, vollbepackt mit Friends und Keilen.
Die ersten beiden Seillängen gelangen uns relativ zügig (7-,8+/9-) und liesen sich perfekt mit den mobilen Sicherungsmitteln absichern. Die dritte sollte etwas happiger werden. Nach anfänglicher leichterer Kletterei gelangt man irgendwann zu einem großen loch, dort platzierte ich meine restlichen passenden Keile ehe ich einige Meter auf "sehr dünnem Eis" machen musste. Eine kühne Querung nach links an ausgesetzter, heikel bis kaum abzusichernder Kletterei wartete auf mich.
Nach längerem hin und her und begutachten machte ich mich auf ins Ungewisse, die Flucht nach vorn war das einzige, das mich aus dieser brenzligen Situation retten konnte, nur nicht zurückschauen, alle Griffe auf ihre Belastbarkeit checken, Dreck und Angst begleiteten mich bei diesem Abenteuer. Nach gut 20 Metern gesichert an einem schwindligen Camalot #4 erreichte ich einen Standplatz der benachbarten Route "Stoamandl". Die einbrechende Dunkelheit zwang uns schließlich zum abseilen über die ausgesetzte, steile graue Wand.
"Warum müssen wirs uns eigentlich immer so geben?" fragte ich Alex. "Jo mei, weils geil is!" Wo er recht hat, hat er recht!!!
Wenn das Wetter und der Kopf grünes Licht geben werden wir zurückkehren, zu unserm kleinen puristischen Abenteuer.
Die perfekten Herbsttage im September/Oktober konnte ich optimal nutzen. Im Zuge des Felskurs kletterte ich zusammen mit meinem Ausbildner Stefan Kosz durch die anspruchsvolle Route "Potzblitz" 8- an der Fleischbank "onsight", eine stilvolle Route mit Spaßgarantie!
Kurz drauf gelang mir auf der Loferer Alm eine schnelle Wiederholung der Route "1809" 8b im 3. Versuch, danach fetzte ich zusammen mit Max Berger durch die sagenumwobenen "Pumprisse" an der Fleischbank, tags drauf kletterte ich mit einer wilden Horde (Mama, Stiefpapi, Schwiegerpapi, Freundin, Toni und dessen Freundin) den langen und wunderschönen "Kopftörlgrat" auf die Ellmauer Halt, um die erlernten Führungstechniken zu verfestigen, weil immer noch nicht müde gings Tags drauf gleich weiter ins nächste Abenteuer und zwar mit Hias Schiestl kletterte ich durch die wunderschönen, alpin belassenen "Theaterrisse" 7- wieder an der Fleischbank.
Auch ein lässiges Jobangebot konnte ich wahrnehmen und als kletterndes Stuntdouble, für einen Kinofilm ("Autumn Blood") , im Jägeroutfit in der Vertikalen abhängen. :)
Das könnte ewig so weiter gehn, doch das Wetter fühlt sich eher nach Winter...
Peace dann!
Guido
Die ersten beiden Seillängen gelangen uns relativ zügig (7-,8+/9-) und liesen sich perfekt mit den mobilen Sicherungsmitteln absichern. Die dritte sollte etwas happiger werden. Nach anfänglicher leichterer Kletterei gelangt man irgendwann zu einem großen loch, dort platzierte ich meine restlichen passenden Keile ehe ich einige Meter auf "sehr dünnem Eis" machen musste. Eine kühne Querung nach links an ausgesetzter, heikel bis kaum abzusichernder Kletterei wartete auf mich.
Nach längerem hin und her und begutachten machte ich mich auf ins Ungewisse, die Flucht nach vorn war das einzige, das mich aus dieser brenzligen Situation retten konnte, nur nicht zurückschauen, alle Griffe auf ihre Belastbarkeit checken, Dreck und Angst begleiteten mich bei diesem Abenteuer. Nach gut 20 Metern gesichert an einem schwindligen Camalot #4 erreichte ich einen Standplatz der benachbarten Route "Stoamandl". Die einbrechende Dunkelheit zwang uns schließlich zum abseilen über die ausgesetzte, steile graue Wand.
"Warum müssen wirs uns eigentlich immer so geben?" fragte ich Alex. "Jo mei, weils geil is!" Wo er recht hat, hat er recht!!!
Wenn das Wetter und der Kopf grünes Licht geben werden wir zurückkehren, zu unserm kleinen puristischen Abenteuer.
Die perfekten Herbsttage im September/Oktober konnte ich optimal nutzen. Im Zuge des Felskurs kletterte ich zusammen mit meinem Ausbildner Stefan Kosz durch die anspruchsvolle Route "Potzblitz" 8- an der Fleischbank "onsight", eine stilvolle Route mit Spaßgarantie!
Kurz drauf gelang mir auf der Loferer Alm eine schnelle Wiederholung der Route "1809" 8b im 3. Versuch, danach fetzte ich zusammen mit Max Berger durch die sagenumwobenen "Pumprisse" an der Fleischbank, tags drauf kletterte ich mit einer wilden Horde (Mama, Stiefpapi, Schwiegerpapi, Freundin, Toni und dessen Freundin) den langen und wunderschönen "Kopftörlgrat" auf die Ellmauer Halt, um die erlernten Führungstechniken zu verfestigen, weil immer noch nicht müde gings Tags drauf gleich weiter ins nächste Abenteuer und zwar mit Hias Schiestl kletterte ich durch die wunderschönen, alpin belassenen "Theaterrisse" 7- wieder an der Fleischbank.
Auch ein lässiges Jobangebot konnte ich wahrnehmen und als kletterndes Stuntdouble, für einen Kinofilm ("Autumn Blood") , im Jägeroutfit in der Vertikalen abhängen. :)
Das könnte ewig so weiter gehn, doch das Wetter fühlt sich eher nach Winter...
Peace dann!
Guido
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