Fast jeder der oft am Schleier klettert, kennt die Route "Number One Dir." 9- . Sie ist ein Megaklassiker und war die erste Route am Schleier. Mit 12 Jahren gelang mir der erste Durchstieg, der "direkten" Variante. Große Löcher, weite Züge und die Schlüsselstelle folgt am Schluß der 30 Meter langen Route. Von einem flachen Dreifingerloch muss man weit raufblockieren auf eine Seitleiste, Fuß nachstellen, und mit Rechts auf ein gutes Loch, welches noch ungut zu wechseln ist.
Lange schon spielte ich mit dem Gedanken die Route Free Solo zu klettern, die Zeit war aber noch nicht reif. Am 24.Mai am Ende eines tollen Klettertages kletterte ich die Route zum ausklettern, schaute mir alles nochmal genau an. Ich wusste nun war es soweit. Ich wurde unruhig und nervös, obwohl es eigentlich keinen Grund dafür gab. Ich kenne jeden Zug, nichts kann ausbrechen, das Risiko ist meiner Meinung nach minimal und tragbar, einzig und allein der Kopf muss das noch begreifen. Es waren nur noch Toni und Markus da. Toni zog das Seil, welches nur am Standplatz hing, mit einem Knoten am Ende hinauf, sodass ich wenn ich den Stand erreiche, mit der Hand in die Schlaufe greifen kann und Toni mich zurück zum Boden lassen kann. Ich fühlte mich bereit und kletterte los, nur mit Kletterschuhen und Magnesiumbeutl. Ich kletterte Stelle um Stelle nach oben mit einem Gefühl der absoluten Sicherheit und Kontrolle. Ohne Seil fühlt man sich so absolut leicht und ausgesetzt. Am Schüttler vor der Schlüsselstelle, hatte ich den Gedanken im Kopf, dass eine Fehlreaktion im Gehirn, den Abflug bedeutet, einmal die Hand aufmachen reicht und... PAMMMM. Deshalb entschloß ich mich die restlichen 5 Meter so schnell es geht hinter mich zu bringen. Ich kletterte konzentrierter denn je, ich war in einem perfekten Sog vollster Konzentration, in welchem alles was zählt der nächste Zug ist, ich war weder Nervös noch hatte ich Angst, es fühlte sich so an als ob am Boden Wasser wäre. Die letzten Züge, die schwersten sozusagen, links den Untergriff rechts das flache Dreifingerloch, Scheiße wo steig ich jetzt nochmal am besten mit dem rechten Fuß....Egal, alles wird egal und ich ziehe die Züge gelassen und ruhig her, als ob das das normalste auf der Welt sei :-) Sekunden später habe ich die Schlüsselstelle hinter mir und realisiere, dass ich die Standkette in der Hand habe. Ich schreie vor Erleichterung und Glück, auch Toni und Markus schreien. Ich greife in die Schlaufe und Toni lässt mich langsam zurück zum sicheren Boden. Welch ein wahnsinns Gefühl...
Für mich persönlich war das eine tolle Erfahrung, ein kleines Highlight, nur für mich.
Nervosität, Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Aktion und Angst wurden komplett ausgeblendet, die Idee und der Antrieb, der Kopf und der Wille, das Selbstvertrauen waren stärker als alles andere, das Bewusstsein im hier und jetzt war so intensiv wie noch nie. Alles wurde auf einen Punkt gebracht, einen Punkt der einer Linie folgte, einer Linie mit dem Namen "Number One".
Free Solo klettern ist etwas besonderes und es darf auf keinen Fall diese "Besonderheit" verlieren, denn dann wird es gefährlich. Mit diesem Post will ich keinen dazu animieren ohne Seil zu klettern und ich hoffe das wird auch so verstanden.
take care!
Guido
Donnerstag, 5. Juni 2008
Montag, 2. Juni 2008
Langsam aber sicher...
... nimmt das sommerliche Projekt, von Hias Schiestl und mir , ("Des Kaisers neue Kleider"), gestalt an. Letztes Jahr verbrachten wir zwei sporadische Tage in der Route und kletterten bis zum großen Dach, die erste 8b+ Länge. Dort boulderten wir und fanden eigentlich keine Lösung. Die dritte Länge 8a+/8b bereitete uns auch große Probleme, aber sogar den Hari und den Much hat die gefuchst. Also lassen wir uns nicht gleich hängen...
Heuer waren wir schon zwei mal drin und schönlangsam werden wir "intim" mit der Route. Wir fanden die perfekte "Teamlösung" für jede Seillänge, unser Ziel ist es nämlich in Seilschaft, an einem Tag alle Längen zu durchsteigen. Ein toller Plan und auch die Umsetzung läuft schon ganz gut. Allein die Tatsache, dass wir meistens die Routen im Klettergarten am gleichen Tag durchsteigen, spricht für den Plan der Seilschaftsbegehung.
Doch nun müssen wir erst mal wieder auf gutes Wetter warten.

The hard Facts
6b+,7c/+,8a+/b,7c,8b+,8a,6c,8b+,6c
Die Route wurde von Stefan Glowacz und Wolfi Müller von unten eingerichtet und von Stefan 1994 erstbegangen. Sie gilt als die härteste der Trilogie ("End of Silence"/ Feuerhorn (GER) Thomas Huber 1994 und "Silbergeier"/Rätikon (A) Beat Kammerlander 1994).
Hari Berger holte sich 2004 die erste Wiederholung und letztes Jahr gelang dem Innsbrucker Ausnahmetalent Much Mayr eine schnelle zweite Wiederholung in nur 6 Tagen.
Heuer waren wir schon zwei mal drin und schönlangsam werden wir "intim" mit der Route. Wir fanden die perfekte "Teamlösung" für jede Seillänge, unser Ziel ist es nämlich in Seilschaft, an einem Tag alle Längen zu durchsteigen. Ein toller Plan und auch die Umsetzung läuft schon ganz gut. Allein die Tatsache, dass wir meistens die Routen im Klettergarten am gleichen Tag durchsteigen, spricht für den Plan der Seilschaftsbegehung.
Doch nun müssen wir erst mal wieder auf gutes Wetter warten.

The hard Facts
6b+,7c/+,8a+/b,7c,8b+,8a,6c,8b+,6c
Die Route wurde von Stefan Glowacz und Wolfi Müller von unten eingerichtet und von Stefan 1994 erstbegangen. Sie gilt als die härteste der Trilogie ("End of Silence"/ Feuerhorn (GER) Thomas Huber 1994 und "Silbergeier"/Rätikon (A) Beat Kammerlander 1994).
Hari Berger holte sich 2004 die erste Wiederholung und letztes Jahr gelang dem Innsbrucker Ausnahmetalent Much Mayr eine schnelle zweite Wiederholung in nur 6 Tagen.
Mittwoch, 21. Mai 2008
Black Wave
Im Herbst 2006 bohrte ich im Zillertal eine Linie ein die ich so noch nie gesehen habe. Eine nach links ziehende Verschneidung alla´ "Great Roof" mit einem dünnen Fingerriss, schlechten Tritten und nach oben hin schlägt die Wand aus wie eine Welle, eine schwarze Welle, deshalb war der Name eigentlich gleich gefunden. "Black Wave". Danach machten wir sporadische Bouldersessions in der Route aber der Riss erwies sich als äußerst wiederspenstig und zäh. Aber ich fand dann doch eine halbwegs coole Lösung.
Heuer starteten wir zweimal zur Schwarzen Wand und beim ersten Besuch verschenkte ich den Durchstieg ganz knapp am Ausstieg ich war eigentlich happy, aber ganz so happy dann auch wieder nicht, denn immerhin wären es nur noch zwei Züge gewesen.
Zwei Tage später wieder zurück klappte schließlich der Durchstieg, meiner abgefahrensten Erstbegehung.
"Black Wave" wird glaub ich so bei 8b einchecken.
Sonntag, 18. Mai 2008
Ewig ruft das Neuland

Die wunderbare Kletterei und die einzigartige Felsqualität der Loferersteinplatte lockte Alex Huber und mich bereits letztes Jahr, als wir gemeinsam die Route "Feuertaufe" erstbegangen haben. Als wir letzte Woche das erste Mal an der Loferer Alm waren, loderten die Flammen der "Feuertaufe" nur schwach, denn in der Route tropften zwei Wasserfälle heiter auf unsere Griffe. Natürlich hatten wir einen Plan B, den man immer haben sollte. Weiter links der "Feuertaufe", entdeckten wir bereits letztes Jahr bei einer kleinen Visite eine abgefahren, steile Wand, mit gelbem Kalk und reichlich Strucktur. Natürlich gab es viele Fragezeichen, ob die von uns auserwählte Linie auch möglich ist. Da gibts nur eines. Einsteigen. In gewohnter Manier trafen wir uns am nächsten Tag um 7.00 Uhr. Das Abenteuer kann beginnen. Alex kletterte los und bereits die erste Länge war der Hit. 20m 7+, kein Bolt und Stand auf einem kleinem Band. Dann war ich dran. Fünf meter kletterte ich vom Stand weg an wasserzerfressenen Spitzen und Löchern und unter einem sichtlich schweren Überhang zog ich erstmals die Bohrmaschine auf. Zum Glück. Die Stelle danach war wirklich nicht so ohne. Dann Wechsel. Alex übernahm wieder das scharfe Ende und verleihte der Länge mit einem 17 Meter Runout eine "gesunde" Würze. Länge 3 war ich wieder dran. Drei Meter oberhalb des Standes konnte ich von einem dünnen Cliffloch bohren, was danach folgte war der Wahnsinn. Durchwegs positive Löcher, aber mit Friends, Cliff oder Keilen nicht abzusichern. Einige Male musste ich ansetzen um die Stelle zu knacken und auch ein paar tolle Flugmeter(15!) konnte ich sammeln. Der Rest war vergleichsweise einfach, aber teilweise loser Fels erschwerte das Erstbegehen. Dann war wieder Alex dran und kämpfte sich die steile Rissspur hinüber fädelte eine Sanduhr legte einen Cliff dazu und bewies wieder einmal mehr, dass sein Nervenkostüm so schnell nichts erschüttern kann. Am ersten Tag hatten wir also schon 4 tolle neue Längen geschafft. Einige Tage später ware wir wieder zurück um die restlichen 3 Längen erstzubegehen, was uns auch gelang. Wahnsinns Kletterei, steil, wild und geil. Jetzt wird dieses Projekt erst mal ruhen, denn es gibt ja noch was anderes...
Samstag, 10. Mai 2008
Dominoeffekt


(c) Reini Fichtinger
Ab und zu gehts beim klettern besser als sonst und so war es auch bei mir, vergangene Woche. Angefangen hat alles im Klettergarten Mull bei Zirl, wo mir die Route " Save the last Hold" 8a+ glückte. Tags drauf holte ich mir dann die schönste Erstbegehung meiner Laufbahn. "Elements of Addiction" wird bei 8b+ einchecken. Dann wurde gefeiert und das bis 6 in der Früh. Dann wieder zurück an der Bergstation gelang mir die erste Wiederholung von Gerhards Wahnsinnsroute "Caramello" 8b. Kurz nach mir schlug auch Reini Fichtinger zu und kletterte die Route locker bis zum Stand. Dem nicht genug machten sich Hias und ich am nächsten Tag auf in die Jagdgründe wo wir beide den megaklassiker "Sagaro" 8b punkteten. Wieder am nächsten Tag gelang mir dann noch eine tolle Erstbegehung an der Bergstation "Little Sister"
8a+. Super Woche!!!
Dann gings ab mit Markus Bendler nach Oberösterreich wo wir 2500 Kunstgriffe an die Wand schrauben mussten.
Dienstag, 15. April 2008
Einbohrsessions im Zillertal
In letzter Zeit zog es Gerhard Hörhager und mich immer öfter ins Zillertal, genauer gesagt zur Bergstation in Ginzling, wo Gerhard und Jorg bereits einige Routen eingebohrt hatten. Gerhard und ich widmeten uns eher den kürzeren Sachen, denn Jorg tobt sich ordentlich aus in seinen 80m!!! langen Projekten. Am selben Tag gelangen Gerhard und mir die Route "Fünf Sterne" 7c+, ist nichts besonderes wenn man das hier jetzt so liest, aber wenn man einsteigt weiß man was ich meine. Die Schönheit einer Route lässt sich eben schwer in Worte fassen. Danach bohrten wir noch vier weitere Routen ein, jeweils von unten und alleine.
Und beide haben wir nur noch den Kopf geschüttelt, gelacht, gestrahlt vor Begeisterung. Qualitätsrouten eben, mit abgefahrensten Zügen, einzigartigen Griffen und hammergeilen Linien.
Wenn das Wetter wider gut ist gehts ab ans putzen und klettern der Prachtstücke.
Und beide haben wir nur noch den Kopf geschüttelt, gelacht, gestrahlt vor Begeisterung. Qualitätsrouten eben, mit abgefahrensten Zügen, einzigartigen Griffen und hammergeilen Linien.
Wenn das Wetter wider gut ist gehts ab ans putzen und klettern der Prachtstücke.
Montag, 25. Februar 2008
SUPERDOOZY

1996 kletterte Stefan Fürst mit "SUPERDOOZY" 8b+,
die wohl schwerste Route in Achleiten. Sie ist 30 Meter lang und von kräftiger bis technischer Kletterei ist alles geboten. Die Schlüsselstelle, ein schwieriger Zug auf einen flachen Griff, bei schlechter Trittauswahl, erwartet den Aspiranten erst ganz oben. Nach 3 Tagen Vorarbeit, konnte ich gestern, zu meiner eigenen Verwunderung, die Route durchsteigen und somit den "Mythos Superdoozy" nach 12 Jahren wiederholen. Die Freude war dementsprechend groß und zur Belohnung gabs ein Schnitzel und Bier :-)
Donnerstag, 14. Februar 2008
Silver Surfer
Gestern konnte ich mein neustes Projekt in Achleiten befreien. Das gute Ding hört auf den Namen "Silver Surfer" und nach Absprache mit Hias und Dougal wird es wohl bei 8b+ einchecken. Kurz nach meinem Durchstieg, fand nämlich Hias eine leichtere Lösung, welche die Schlüsselstelle erheblich entschärfte. Aber so ist das eben, als Erstbegeher hat mans nicht leicht :-)))
"Silver Surfer" ist mit Sicherheit etwas vom besten, was Achleiten zu bieten hat und ein absolutes MUSS, für Leute die auf geile Routen stehen.
Rock on...
(Fotos gibts auch bald!)
"Silver Surfer" ist mit Sicherheit etwas vom besten, was Achleiten zu bieten hat und ein absolutes MUSS, für Leute die auf geile Routen stehen.
Rock on...
(Fotos gibts auch bald!)
Dienstag, 5. Februar 2008
ROUTEBOOK Tirol
Mchi Meisl machte sich die riesige Mühe, alle Klettergebiete und alle Routen in Tirol auf seine neue Internetpräsenz zu verpacken. www.routebook.com
Gebiete wie Schleier und Achleiten sind natürlich auch dabei. Bei allen Routen ist eine kurze Beschreibung dabei, das Datum der Erstbegehung und der Name des Erstbegehers. Da hat sich der Michi ganzschön was auferlegt.
Mitte Februar wird er dann auch mit seinem neuen Tirolführer an den Start gehen. Tolle Bilder, übersichtliche Wandfotos und aktuelle Topos sollen das Werk zu einem "MUSS haben" machen.
Viel Glück Michi.
Gebiete wie Schleier und Achleiten sind natürlich auch dabei. Bei allen Routen ist eine kurze Beschreibung dabei, das Datum der Erstbegehung und der Name des Erstbegehers. Da hat sich der Michi ganzschön was auferlegt.
Mitte Februar wird er dann auch mit seinem neuen Tirolführer an den Start gehen. Tolle Bilder, übersichtliche Wandfotos und aktuelle Topos sollen das Werk zu einem "MUSS haben" machen.
Viel Glück Michi.
Freitag, 1. Februar 2008
First Ascents
In den vergangenen Tagen gings wieder richtig rund in Achleiten. Es wurde geklettert, gebohrt, geputzt und geblödelt bis zum umfallen. Das Resultat kann sich aber trotzdem sehen lassen.
"Falling Pieces" 8a+ und das "Rauchopfer" ca. 8a+/8b(schwer zu bewerten!) gelangen beide am selben Tag. Unser immer mehr zur Topform auflaufender Engländer Dougal (Queen Duglas) Taverner holte sich gleich die erste Wiederholung von "Falling Pieces" und so waren wir alle wiedermal glücklich. An solchen Tagen hat die Wirtin vom Gasthaus auch immer was zu lachen mit uns.
Eine weitere Route haben Hias (Heass) und ich auch noch eingebohrt, rechts vom "Rocketman". Ganzschön knackig...
"Falling Pieces" 8a+ und das "Rauchopfer" ca. 8a+/8b(schwer zu bewerten!) gelangen beide am selben Tag. Unser immer mehr zur Topform auflaufender Engländer Dougal (Queen Duglas) Taverner holte sich gleich die erste Wiederholung von "Falling Pieces" und so waren wir alle wiedermal glücklich. An solchen Tagen hat die Wirtin vom Gasthaus auch immer was zu lachen mit uns.
Eine weitere Route haben Hias (Heass) und ich auch noch eingebohrt, rechts vom "Rocketman". Ganzschön knackig...
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